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	<title>freies lieben &#187; Sehnsucht</title>
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		<title>Hunger.</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 12:28:57 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Leere]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wahlschwester und ich kamen im gemeinsamen Urlaub an einen Punkt, den wir auch aus Beziehungen und aus dem Leben allein kennen: Das Gefühl, dass alles sehr hohl ist, dass das Leben und die eigene Existenz leere Hülsen sind. Gerade &#8230; <a href="http://freieslieben.de/?p=2091">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahlschwester und ich kamen im gemeinsamen Urlaub an einen Punkt,  den wir auch aus Beziehungen und aus dem Leben allein kennen: Das  Gefühl, dass alles sehr hohl ist, dass das Leben und die eigene Existenz  leere Hülsen sind. Gerade im Kontrast dazu, dass hier im Urlaub alles  perfekt ist, wird das sehr schmerzlich spürbar. Der Ort, an dem wir  sind, ist traumhaft schön, wir haben endlich einmal Zeit für uns jeweils  allein und auch Ruhe für unsere Freundschaft. &#8220;Aber warum bin ich dann  trotzdem nicht restlos glücklich?&#8221; fragt es im Inneren und strahlt  dieses Mangelgefühl als wachsendes Leid hinaus in das ganze Wesen.  Gerade im Angesicht von so viel Gutem wird es einem bewusst: All dieses  Gute ändert leider nichts an dem inneren Mangel.</p>
<p>Glücklicherweise wagte es die Wahlschwester, das Gefühl anzusprechen.  Ich selber hatte es auch, litt aber still &#8211; oft hatte ich die Erfahrung  gemacht, dass es eher schlimmer wird, wenn man es ausspricht. Die  Nachfragen, warum es einem denn nicht gut ginge, es wäre doch toll hier,  sie unterstreichen noch stärker den eigenen Mangel an  situationsadäquatem Glück.</p>
<p>Die Wahlschwester und ich sammelten in dem sich ergebenden schönen  Gespräch Situationen, in denen wir diese Leere nicht spüren (Tanz,  Zärtlichkeit, Sport und derlei) und stellten fest: All dies sind  Krücken. Sie ändern nichts an der Leere, sie lenken allenfalls davon ab.</p>
<p>Aber vielleicht, so durchgrübelten wir die Sache weiter, ist das genau die Aufgabe: Das Leben ist hohl, füll es!<br />
Aber wieso hilft es dann denn nicht dauerhaft?</p>
<p>Vielleicht, dachten wir dann, ist es wie mit dem Hunger. Da klagt ja  auch niemand: &#8220;Ich hab alles probiert! Möhren, Kartoffeln, sogar  Fleisch, aber das sind alles nur Krücken! Die Leere kehrt immer zurück!&#8221;</p>
<p>Vielleicht geht es nur darum, diese Leere besser anzuerkennen. Sich zu  trauen, den Hunger als Teil des eigenen Menschseins anzuerkennen und  auch offen anderen gegenüber zu sein mit diesem Teil.</p>
<p>Wir beide neigen nämlich in Beziehungen dazu, diese Seite zu verbergen,  denn wir haben mal gelernt: Beziehungen (zumindest wenn sie gut sind)  stillen diesen Hunger. Wenn wir ihn also dennoch spüren, ist das Verrat  an der Sache, Verrat am Partner. Dies bringt uns dazu, uns selbst und diesen Hunger zu  verleugnen, denn leider ist es Quatsch, was wir gelernt haben:  In Wirklichkeit stillen Beziehungen diesen Hunger nicht. Dieses Verleugnen unseres Selbst ist dann übrigens auch gleich ein Einstieg in die letztens beschriebenen Spiralen.<br />
Zu uns zu stehen heißt auch, uns mit diesem Hunger auf jemanden einzulassen, ihn eben als Teil des Pakets zu sehen.<br />
Dieses Dazustehen hat die Wahlschwester gewagt, und tatsächlich war sie  erst dann wieder ganz für mich spürbar. Auch ich selbst konnte erst im  Dazustehen wieder merken: Stimmt, wir sind uns ja wichtig, wir lieben  uns.</p>
<p>In Liebesbeziehungen lassen wir das häufig sein (was sicher auch mit der <a title="Die Sehnsucht nach der einfachen Lösung" href="http://freieslieben.de/?p=2083"> Sehnsucht nach der einfachen Lösung</a> zu tun hat). Kein Wunder, dass das  Gefühl der Leere dann weiter wächst: Wir verleugnen da etwas. Wir nehmen  uns zurück, aber &#8220;zurück&#8221; bedeutet hier natürlich &#8220;fort vom Anderen&#8221;,  und das Gefühl der Distanz wächst.</p>
<p>Wie so oft ist der einzige Ausweg: Wagen zu Sein.</p>
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		<title>Die Sehnsucht nach der einfachen Lösung</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 13:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidungskind]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Trennung]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann in Beziehungen werde ich nervös. Meine Gedanken werden bestimmt von Sorgen, etwas falsch zu machen &#8211; sei es gegenüber meiner Partnerin, weil ich unaufmerksam, grob oder egoistisch bin, oder sei es gegenüber mir selbst: Bin ich hier eigentlich richtig? &#8230; <a href="http://freieslieben.de/?p=2083">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann in Beziehungen werde ich nervös. Meine Gedanken werden  bestimmt von Sorgen, etwas falsch zu machen &#8211; sei es gegenüber meiner  Partnerin, weil ich unaufmerksam, grob oder egoistisch bin, oder sei es  gegenüber mir selbst: Bin ich hier eigentlich richtig? Will ich diese  Beziehung wirklich?</p>
<p>Auch körperlich zeigt sich diese Nervosität: Ich habe dann den Eindruck,  mein Herz pocht schneller und lauter, meine Atmung ist flach, und meine  Brust fühlt sich eng an. Paniksymptome, wenn ich ganz ehrlich bin.</p>
<p>Diese Nervosität ist nicht so einfach zu besiegen &#8211; ich halte sie für meinen größten Feind, wenn es um Beziehungen geht.<br />
Versuche, mit ihr umzugehen, führen häufig in die <a title="Die Meta-Falle" href="http://freieslieben.de/?p=1975">Meta-Falle</a> (in der  alles, was man tut, mit der Beziehung zu tun hat, sodass es keinen  Rückzugsraum ins Individuelle mehr gibt), und somit werde ich wieder  nervös.<br />
Die Schleifen greifen dabei ineinander: Wenn ich mich nicht ganz heimisch  fühle in der Beziehung, ziehe ich mich zurück. Der Rückzug verunsichert mein  Gegenüber, sodass ich Angst bekomme etwas falsch zu machen und beginne,  gegenzusteuern: Ich versuche, mich weniger zurückzuziehen, wofür ich  mich anstrengen muss, und habe dadurch das Gefühl mich zu verstellen &#8211; immerhin will ich mich ja eigentlich zurückziehen. Diese Anstrengung, das  Bemühen, führen dann dazu, dass ich mich nicht ganz heimisch fühle in  der Beziehung, und der Kreis beginnt von Neuem.<br />
Die Leichtigkeit und Natürlichkeit, die sich an jedweder Zwischenmenschlichkeit gut anfühlt, sind dann fort.</p>
<p>Ich habe festgestellt, dass andere Menschen in meinem Umfeld diese  Muster ebenfalls kennen, und ich glaube außerdem, dass ich das Muster  häufiger bei Menschen erlebe, die (so wie ich) die Trennung ihrer Eltern  miterlebt haben.<br />
Nun bitte ich, mich nicht falsch zu verstehen: Ich halte wenig davon,  den Scheidungskindern ihre Bindungsfähigkeit abzusprechen. Gleichzeitig  glaube ich aber doch, dass eine solche Trennung Effekte hat, und  vielleicht ähneln die sich.</p>
<p>Meine Theorie dazu ist die folgende: Die Sehnsucht in Beziehungen, die  in der beschriebenen Nervosität einen Ausweg sucht, ist die Sehnsucht  nach der einfachen Lösung. Die Beziehung soll sich wieder leicht und  schön und sicher anfühlen. Es ist eine  Sehnsucht nach Symbiose, nach absoluter Kongruenz ohne Reibung, es ist  die Sehnsucht nach unbedingter Liebe, in der ich tun kann, was ich will,  und ich werde geliebt. An dieser Sehnsucht scheitern Beziehungen oft, und beim nächsten Versuch ist sie wieder da: Diesmal wird es ganz einfach! Diesmal wird es unkompliziert!</p>
<p>Diese Sehnsucht halte ich für ein kindliches Bedürfnis: <em>Eltern</em> lieben  bedingungslos. <em>Eltern</em> behalten ihre Konflikte für sich und stehen  bedingungslos zu mir. Mit <em>Eltern</em> ist man verschmolzen und symbiotisch.   <em>Eltern</em> schützen einen vor zu komplizierten Dingen und halten sich zurück.</p>
<p>Scheidungskinder konnten dieses Bedürfnis in ihrer Kindheit nicht  ausreichend stillen. Ziemlich früh wurde die Bindung zu den Eltern arg  kompliziert: Es gab Erwartungen an die eigene Loyalität und an eine  Klarheit und Selbständigkeit, die uns überfordert haben. Auch andere Settings machen diese Überforderung, zB psychische Erkrankung eines Elternteils,  Missbrauch und bestimmt noch mehr, was mir gerade nicht einfällt.</p>
<p>Im Falle ohne Trennung  wachsen Kinder in einem geschützten Rahmen auf, in einer Beziehung mit  klaren Hierarchien, klaren Regeln und sehr wenig Unwägbarkeiten. Mit  wachsender Reife wagen Kinder sich immer mehr aus dieser Sicherheit in  die Welt, und peu a peu lernen sie, wie man mit Schwierigkeiten umgeht,  wie man Dissens aushält und Konflikte löst, ohne sich selbst zu  verbiegen. Sie tun dies in dem Tempo, in dem sie selber die Möglichkeit  haben, diese Erfahrung gut auszuhalten.</p>
<p>Als Kind in Trennung und Überforderung, so meine These, konnte man das nicht in der  gebotenen Langsamkeit lernen, sondern war ad hoc damit konfrontiert. Den  langen Weg in das stabile, gesicherte Ich kann man so nicht gehen.</p>
<p>Und nun stehen wir in der Welt mit dieser Sehnsucht nach dem sicheren  Hafen, nach der einfachen Lösung, aber natürlich sind unsere Partner  keine Eltern oder Beschützer, sie sind uns ebenbürtig und genauso  kompliziert wie wir. Sie geben uns keine absolute Sicherheit, sondern  brauchen auch Zuspruch. Sie behalten ihre Schwierigkeiten nicht für  sich, sondern erhoffen sich Hilfe von uns.</p>
<p>Und das führt in genau die Überforderung, die wir schon aus der Kindheit  kennen, sodass wir kindlich reagieren. Die Nervosität, die ich  beschrieben habe, fühlt sich sogar bei jedem Empfinden ganz unangemessen an &#8211; es ist mir in  diesen Momenten selber schleierhaft, wieso ich so krass reagiere und  nicht einfach was ändere oder mich meinetwegen trenne.<br />
Aber klar, wenn die Nervosität nur ein Echo meiner kindlichen  Bedürfnisse ist, ist Trennung oder Aktivität überhaupt nicht drin: Das  Kind kann das nicht.</p>
<p>Soweit meine These. Ich weiß noch nicht recht, was daraus für  Handlungsideen entstehen, aber gerade fühlt es sich ganz gut, die  Nervosität als Wegweiser zu verstehen, als Reaktion aufgrund von naiven  Bedürfnissen, von denen meinem erwachsenen Ich völlig klar ist, dass  ihre Erfüllung zwar nicht Aufgabe meiner Partnerin ist, dass ich aber  diese Bedürfnisse auch nicht verleugnen kann.</p>
<p>Ich glaube, dass es gut wäre, wenn ich nicht von meinen erwachsenen  Partnern erwarte, mich zu schützen, sondern wenn meine eigene  Erwachsenheit das übernimmt. An dem Thema bleib ich jedenfalls dran.</p>
<p>Wie sieht&#8217;s aus, kommen diese Gefühle hier noch wem bekannt vor? Falls  ja, findet ihr in eurer Biographie eine Überforderung, einen zu frühen  Abschied von kindlicher Beziehung, die unkompliziert und sicher war?  Passt meine These?</p>
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