Gelegentlich hier erwähnt habe ich den Begriff Mononormativität, und ich bin sicher, die eine oder der andere Leserin hat sich im Stillen gedacht “Naja, also ganz so streng ist das ja nicht, kann ja heutzutage jeder machen was sie will”.
Trotzdem ist
völlig normal, wohingegen
ziemlich rüde klingt.
Ich postuliere eine Zweiteilung der Gesellschaft, und zwar eine hierarchische: Oben die Leute in Beziehungen, unten die Leute in der “Dating-Hölle“, und man hat gefälligst nach oben zu streben.
Übrigens will ich den Leuten “oben” gleichzeitig mein Mitgefühl aussprechen, genau wie bei Sexismus trifft auch diese Dichotomie beide Seiten: Weil nämlich die Leute in Beziehungen gefälligst glücklich zu sein und keine weiteren Wünschen zu haben haben, damit auch ja das hübsche Idealbild von irgendwem erfüllt wird. Das stelle ich mir ganz schön ätzend vor…
Natürlich ist es aber ebenso ätzend, gezwungen zu werden (und wenn es durch die völlig selbstverständliche Implikation geschieht, “noch” Single zu sein), eine Beziehung zu suchen.
Und: Ja, ich weiß, grad bin ich wieder deutlich auf Zerstörerkurs, ich weiß auch immer nicht, wie das kommt.