20.10.2005 18:53
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Allgemein

Otto Schily ist so ein bisschem mein persönliches Schreckgespenst. 9 Jahre bei den Grünen, Helmut Kohl angezeigt, seit ’89 bei der SPD, bewegte linke Vergangenheit, aber was er sich in den letzten Jahren als Innenminister geleistet hat, war mir immer nicht so recht. “Huch”, hab ich da immer gedacht.

Schüler laufen Amok: “Volljährigkeit hoch!”
Flugzeuge fliegen in Hochhäuser: “Luftraum überwachen! Personalausweise mit Irisabdruck! Ausländer auf Verdacht ausweisen!”

Das war mir alles immer etwas viel… immer eine ziemlich große Reaktion, und doch immer nur Symptombekämpfung. Zumindest öffentlich wurde weder davon gesprochen, weshalb Schüler Amok laufen möchten (oder, noch wichtiger, was passieren müsste, damit sie es nicht mehr wollen), noch, aus welchen weltpolitischen Gegebenheiten Flugzeuge in Hochhäuser fliegen. “Verhindern, Verhindern!” hieß es immer nur.

Nun bin ich politisch nicht besonders druff. Man muss mir sowas immer erklären. Aber eben das hat bei Schily nie geklappt, der hat mir nie was erklärt, der hat gehandelt, aber wie!
Immer ging es um mehr Kontrolle, mehr Hürden für das Schlechte, nie um Freiheit und mehr Bahnen für das Gute.

Und jetzt finde ich in der Zeit folgendes Zitat von ihm, das er als Alterspräsident im Bundestag sagte, als dieser in der neuen Form das erste Mal tagte:

Eine umfassend verstaatlichte Gesellschaft endet in der Schreckensherrschaft des totalitären Staates.
Otto Schily

Das versteh ich irgendwie nicht… Ist das der gleiche Mann, der meine persönlichen Daten von meiner Uni bei einer Rasterfahndung benutzt hat? Wegen dem mein neuer Perso einen Chip haben wird?

Also, entweder ist Realpolitik (übrigens auch ein Wort, das es ins Englische geschafft hat) fordernder und zwingender, als man so meint, und ich mochte eigentlich nicht Herrn Schily nicht, sondern die Rolle des Innenministers, die Erfordernisse, oder der Schily versteht sich selber nicht.

Kann mir das jemand erklären?

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