Seit geraumer Zeit werde ich, und wird in Folge auch das Blog, politischer. Eine freiheitliche staatliche Grundordnung ist mir sehr wichtig, ich bin froh über und stolz auf die Rechtstaatlichkeit in Deutschland, und umso erzürnter, wenn da mal was schiefgeht.
Auch Gemeinschaftlichkeit in der Gesellschaft ist mir hoch und heilig, Zivilcourage, Bürgergeld, Sozialabgaben und Steuern finde ich wunderbar, wenn sie denn so verwendet werden, wie sie gedacht sind.
Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein (ein Glück), und in der Zeit Nr. 45 gibt es ein Interview mit Tony Judt (Historiker und Direktor des Remarque-Instituts an der NYU), an dessen Ende sich folgender Wortwechsel offenbart:
ZEIT: Europas Sozialstaat als Weltmodell?
Judt: Ich meine das ernst. Viele haben einfach nicht verstanden, warum der Sozialstaat so unverzichtbar ist – weil er ein Versprechen auf Sicherheit darstellt. Sobald dieses Versprechen in einer instabilen Welt aufgekündigt wird, öffnen Sie dem politischen Extremismus Tür und Tor. [...] [Wir könnten versucht sein] unsere sozialen Standards abzuschaffen. Falls wir das tun, hätten wir fünf Jahre später wieder den Faschismus.
Düstere Prophezeiung… Die sozialen Standards wackeln jetzt schon ganz schön, die soziale Schere geht aufer und aufer, und wenn Tony Judt Recht hat… au weia.