22.06.2005 22:34
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Es ist ein sehr illuminat inspiriertes Spiel, aber es gefällt mir.

Gefunden bei Bandini:

  1. Schnapp Dir das nächst greifbare Buch.
  2. Blättere zu Seite 23.
  3. Finde den 5. Satz.
  4. Poste den 5. Satz und setze diese Anleitung davor.
It hadn’t taken more than the thought of coming outside to catch the monthly Eclipse, an event I always missed because of some task or other Ersh invented, to make me abandon the trays.
Julie E. Czerneda, Hidden in Sight

22.06.2005 22:21
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Letztens habe ich ja hier geäußert, dass ich es super fände, einfach zu sagen was ist, und gerade fiel mir auf: In gewisser Weise macht man das schon.
Nur spricht man halt kein Standard-Deutsch, sondern flirtet.
Der Satz “Gehen wir noch einen Kaffee trinken?” heißt viel mehr. Nach 20:00 heißt er bedeutend mehr (“Coffee is not coffee, coffee is sex!”, George Costanza, Seinfeld), aber auch so heißt er, in dieser Form geäußert, irgendwas zwischen “Du bist ziemlich cool” und “Was machen wir denn eigentlich nach dem Kaffee?”.
Und damit hat man halt einen anderen Code, der aber doch von allen Beteiligten verstanden wird.
“Ich brauch jetzt echt nen Kaffee” funktioniert nämlich überhaupt nicht, das wurde falsch codiert, und “Gehen wir noch eine Cola trinken?” ist auch falsch.

Das gefällt mir. Keiner hat was Schlimmes gesagt, aber alle wissen, was gemeint war. Face-keeping (also: “das Gesicht wahren”) ist ziemlich wichtig in der Kommunikation, so lernte ich letztens, und bei meinem Vorschlag der offensiven Ehrlichkeit kann das ziemlich schiefgehen.

22.06.2005 17:11
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Wer zur Hölle ist Bakunin? Warum kenne ich diese ganzen Leute nicht, die so was Cooles schreiben:

Lieben heißt die Freiheit wollen, die völlige Unabhängig­keit des Anderen – der erste Akt der wahren Liebe ist die völlige Emanzipation des geliebten Objekts; man kann nur etwas vollständig Freies lieben, das nicht nur von allen Anderen, sondern vor allem auch von dem Geliebten frei ist.
Das ist ein politisches und soziales Glaubensbe­kenntnis…Alles ist wahr, was die Menschen emanzipiert, was sie zu sich selbst zurückbringt und so in ihnen ihr eigenes Lebensprinzip erweckt.
Bakunin

Ich werde mal wieder bei Amazon ein paar Sachen bestellen müssen… Sartre, Bakunin…

PS: Allerdings fällt mir gerade auf, dass auch Herr Bakunin von “wahrer Liebe” spricht. Das ist ja nicht so cool. Zwar würde ich ihm viel eher beipflichten, aber Ideologierelativismus ist sehr wichtig.

21.06.2005 19:32
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Der Tag war sehr ergiebig. Nach dem Gespräch mit meinem Papa traf ich noch eine Freundin, und wir redeten über Coming Outs, was ich ja bezüglich meines Liebeskonzepts auch gelegentlich erwäge.
Sie hatte ihres schon, und hat mich zum Einen belehrt, dass ein Coming Out ja nicht heißen muss, dass man es gleich jedem auf die Nase bindet.
Das ist schonmal schlau.

Viel wichtiger kam aber zum Anderen in dem Gespräch noch etwas raus, was ich anderswo schonmal verstanden hatte.
So wie ja die Liebe ein Kontinuum ist, merkte ich irgendwann, muss man nämlich auch Liebeskonzepte auf einem Kontinuum ansiedeln, und jeden Menschen machen lassen.
Und heute merkte ich, dass dieser Übertrag auch anderswo funktioniert.

Ich sage ja gern, dass für mich eine Beziehung, also jedwede Zwischenmenschlichkeit, im “Ausleben der Schnittmenge” besteht. Zwei gesunde, erwachsene Menschen begegnen sich, und leben die Schnittmenge dessen, was sie füreinander empfinden. Je groß, desto Spaß, klar, aber auch je unterschiedlich, desto okay.
Und, so erleuchtete sie mich heute, es gehört zu dieser Schnittmenge auch die Schnittmenge von Liebeskonzepten.
Ich muss gar nicht die Leute finden, die das genau so sehen wie ich! Es ist halt so ähnlich wie’s ist…

Interessanter Nebengedanke: Eventuell lassen sich die Menschen aber doch in zwei Gruppen aufteilen, nämlich je nachdem, ob sie
A ∪ B
wollen, nämlich die Vereinigungsmenge, die große Kernschmelze, oder eben
A ∩ B

Womit ich es wieder schön nicht kontinuierlich gemacht habe. Boing.

21.06.2005 19:22
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Ich sprach mit meinem Vater über die Idee des Vertragsgedankens, dass also Zwischenmenschlichkeiten immer Vereinbarungen sind, und wir stellten fest, dass diese Verträge immer individueller werden, dass man immer weniger wissen kann, woran man ist.
Bei Hetero- und Homo fängt es an, und dann geht es um Kinderwunsch, Treue, Freiheit, Nähe, Zeitplanung, Öffentliches Küssen und das ganze Zeug.

Er sieht sich durchaus als 68er, hat da also irgendwas von mitbekommen, zumindest, und meinte, damals war man sich schon ziemlich einig.
Zwar gab es auch dort verschiedene Subgruppen (Katholiken und Hippies und noch ein paar), aber die waren jeweils recht homogen.

Das ist vorbei. This is the great individualism.

Luhmann hats geschrieben, die Individualität ist das Allgemeinste jetzt, und es zieht sich überall durch.
Auch in der Kunst, wo die aktuelle Kunstdefinition immer mehr eine individuelle ist (Kunst ist für jeden das, was sie für Kunst hält), und auch in der Musik geht das Verlustgeschäft der Majors, die in Mainstream investieren, einher mit einem Wachstum der kleinen Labels, die immer wenige Zuhörer bedienen (dazu schrieb ich mal hier).

Aber zurück zum Vertrag. Mein Vater nannte das durchaus treffend einen gegenseitigen Nutzungsvertrag. Das ist etwas abgefuckt, aber schön.
“Ich lease dich.”
“Ich lease dich auch.”

21.06.2005 10:46
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Als ich die Einleitung schrieb, hatte ich das Gefühl, schon alles gesagt zu haben über das, was ich so denke.
Hatte gleichzeitig das Gefühl, ohnehin ständig dasselbe nochmal zu schreiben, und, Aha, gerade schreib ich ja auch so wenig, dieses Blog ist einfach um, hab ich gedacht.

Aber eine Freundin, die vor kurzem noch Bekannte war, meinte: Nö, nö, das ist schon jedesmal irgendwie neu.
Als wenn, so meinte sie, in einer Vorlesung der bekannte Stoff nochmal an einem neuen Beispiel erläutert wurde.
Das fand ich wiederum ein gutes Beispiel, und ich gefiel mir auch in der Rolle des Dozenten.

Und wo wir gerade von Beispielen sprechen:

[Die Moral] hat alle psychologica in Grund und Boden gefälscht – vermoralisirt – bis zu jenem schauderhaften Unsinn, dass die Liebe etwas “Unegoistisches” sein soll [...]. Man muss fest auf sich sitzen, man muss tapfer auf seinen beiden Beinen stehen, sonst kann man gar nicht lieben.
Friedrich Nietzsche, “Ecce Homo” (1888)

Nietzsche mag ich.

20.06.2005 17:24
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Beim Einkaufen dachte ich nach. Ich sah nämlich zwei außerordentlich ordentlich gebräunte alte Leute und dachte “Braun werden. Hmmmmm.”
Dann dachte ich “Ach was, ist ja nur Selbstzweck. Alles Verarsche.”
Und dann “Aber eigentlich ist ja alles Selbstzweck. Das ganze Leben ist Selbstzweck, es führt ja nämlich eh ins Grab.”

Und dann dachte ich, dass es das Wort “Selbstsinn” gar nicht gibt, für den Sinn des Lebens. Schade eigentlich. Gutes Wort.

20.06.2005 13:50
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Es heißt ja gern, Menschen schnitten sich die Haare ab, wenn etwas Neues beginnt.
Ich mag aber meine Frisur, deshalb musste ich improvisieren und habe mein Zimmer neu gemacht.

Mein altes Zimmer war mir irgendwie zu sehr Kinderzimmer, will sagen: Jugendlichenzimmer. Poster überall, hier ne orangene Wand, hier ne gelbe.
Da hab ich keinen Bock mehr drauf.
Also hab ich die orangene Wand weiß gemacht (die rote kommt später mal, da brauch ich bessere Farbe) und alles umgeräumt.

Ein bisschen erwachsener und erneuert fühl ich mich auch schon.
Wenn ich jetzt nur wüsste, was jetzt das Neue ist, das beginnt… Vielleicht weil mein schwieriger Mitbewohner auszieht und ich mich hier wieder zuhause fühle. Vielleicht weil es mit der Band gerade ziemlich super läuft. Vielleicht irgendwas anderes. Who knows?

Übrigens ist der Plan, einfach “Gehen wir ins Bett? zu fragen, fürs erste auf Eis.
Ich habe vor einigen Tagen die Person getroffen, auf die ich nach wie vor große Lust hatte, mit der die Nächte einfach so da waren, ohne große Fragen, und ich habe noch immer eine große Zärtlichkeit für sie in mir, aber wir denken wohl doch zu unterschiedlich über das Lieben.
Ich will nicht in Konkurrenz stehen zu dem Prinzen auf dem weißen Pferd, der sicher besser als ich küssen kann, sanfter ist, immer die richtigen Worte findet und auf ewig treu ist.

Wobei das Gute an dieser Konkurrenz ist: es gibt sie nicht in echt. Aber das Schlechte: In den Köpfen gibt es sie sehr wohl, und nur die Köpfe gelten.

19.06.2005 14:25
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Ich habe dem Intro-Teil eine Einleitung hinzugefügt.
Damit man, wenn man neu hier vorbeischaut, was mich natürlich freuen würde, auch ein bisschen einen Einblick gewinnen kann, worum es hier eigentlich geht.

17.06.2005 12:40
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Da ich ja gestern viel Zeit hatte, gibt es freieslieben.de jetzt mit brandneuem Backend. Hatte ich vor einer Weile schonmal angekündigt, jetzt ist es soweit.
Leicht anderes Design, aber vor allem etwas schlichterer Code im Hintergrund. Super.

Achja, und bitte den Feed aktualisieren!

Wenns Probleme gibt… oh. Nutzt die Kommentarfunktion, wollt ich grad schreiben, aber die gibt’s nicht mehr.
Kommt sogleich.

PS: Kommentarfunktion steht wieder.