18.03.2005 1:01
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Ich muss gut auf mich aufpassen. Sie reizt mich wieder sehr, und es wird wieder näher, aber noch glaube ich nicht daran, dass etwas anders wäre als letztes Jahr.
Dummerweise ist all das Schwierige schon so weit weg, und all das Gute wird mir gerade wieder so präsent…
Hmm, hmm…. *summ* – Ich mag Spannung. Teilt sich den ersten Platz mit Haut.

16.03.2005 10:44
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Hab nochmal nachgedacht. Im Grunde muss ich gar nicht damit klarkommen, dass ich das, was ich in meinem alten Tagebuch lese, auch bin, sondern mit dem, was ich jetzt bin.
Erklärung: Ich glaube, man bewegt sich so wellenförmig durch’s Leben. Das passt schön zum Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts und der Quanten und überhaupt, weil wir dann halt nicht nur Materie, sondern auch Welle sind, und ist (so seh ich das) auch der Grund für die Wellenline zwischen Yin und Yang in besagtem Zeichen.

Ich hab schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich erst in das eine Extrem, dann in das andere falle.

In diesen Tagebuchaufzeichnungen bin ich unheimlich prinzipientreu (was ich immer noch bin), aber meine Prinzipien waren ganz andere. Kein Sex ohne Liebe, Liebe muss die richtige Liebe sein, all das, womit ich heute nichts anfangen kann. Werde ich wohl in weiteren 5 Jahren dieses Blog lesen, und ebenfalls den Kopf schütteln, schnell drüber lesen, damit endlich die Gegenwart näher kommt?

Schlimm wäre es nicht, Leben ist Wellenreiten, und jede Hoch und jedes Tief ist dann halt gerade dran (man stelle sich vor, ein Meer, bei dem die Wellen sich alle aufschwingen, um dann zu stagnieren – sähe ja bescheuert aus).
Ich finde es einen wertvollen Gedanken, dass es halt keine absolute Wahrheit gibt, dass auch all dies hier, was mir gerade so wichtig ist, in ein paar Jahren oder nur Monaten ganz anders aussehen kann.
Ich finde ihn auch beunruhigend, aber eben auch wertvoll. Nur aus der Beunruhigung entspringt ja Bewegung, gell?

15.03.2005 19:32
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In der letzten Woche habe ich erstens mein Buch ausgelesen (ich lese so gern was zum Einschlafen) wie auch ein altes Tagebuch von mir gefunden, von 1999.

Oh Mann!

Das Oh Mann bezieht sich (natürlich) auf meine Einstellung zum Lieben damals, denn obwohl ich hie und da Ansätze von einem Wunsch nach Freiheit entdecke, so Unzufriedenheit an Stellen, von denen ich weiß, dass ich ihretwegen weg von gebundener Liebe bin, aber größtenteils ist es ein riesiger selbstgerechter Brei aus Besitzdenken und Erwartungen. Aber das bin auch ich. Da muss ich jetzt erstmal mit klarkommen.

Was mir aber sehr gut gefällt, sind die Zitate von Hermann Hesse, die ich mir darin notiert habe. Ich weiß, ich weiß, Hesse ist typisch 17-jähriger Mann in spe (ich war sogar schon älter als 17), aber Hesse ist halt auch wirklich toll, auch wenn er immer wieder das gleiche Buch geschrieben hat*.
Deswegen hier ein paar dieser Zitate. Mit dem ersten habe ich das Tagebuch damals angefangen:

Dass ist das Leben im mir zucken spüre, sei’s auf der Zunge oder an den Sohlen, sei’s in Wollust oder in Qualen, dass meine Seele beweglich sei und mit hundert Phantasiespielen in hundert Formen sich hineinstehlen könne, in Pfarrkerzen und Wandeer, in Köchinnen und Mörder, in Kinder und tiere, namentlich auch in Vögel, und auch in Bäume, das ist wesentlich, das will und brauche ich zum Leben, und wenn es einmal damit nichts mehr sein sollte und ich auf ein Leben in der sogenannten “Wirklichkeit” angewiesen wäre, dann werde ich lieber sterben.
(Keine Ahnung mehr aus welchem Buch…)

Dieses hier passt sehr gut zum Blog:

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt lieben kann. Ich kann begehren, und kann mich in anderen Menschen suchen, nach Echo aushorchen, nach einem Spiegel verlangen, kann Lust suchen, und alles das kann wie Liebe aussehen.
(Klingsors letzter Sommer)

Und noch eins über das Leben an sich, und über den Lebensweg (und damit für mich halt auch über freies Lieben) im Besonderen:

Närrisch ist er, dieser Weg, er geht in Schleifen, er geht vielleicht im Kreise. Mag er gehen, wie er will, ich will ihn gehen.
(Siddhartha)
* Er selber hat mal in einem Brief geäußert, dass ihm die Prosa ohnehin nichts bedeuten würde, das wäre sein Beruf. Sein Herzblut stecke in den Gedichten. Da war ich etwas vor den Kopf gestoßen, fühlte ich mich doch in den Büchern so verstanden und aufgehoben…

11.03.2005 23:02
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Auch wenn ich Gefahr laufe, meine eigene Argumentation lächerlich zu machen: Die Meisterin von dichotomy hat sich auf mich rückbezogen wegen dieser Anonymitäts- / Freiheits- / Vetternwirtschaftsgeschichte, und ihr Beitrag dazu ist

  1. mutig
  2. ehrlich (jaja, ich weiß, er ist natürlich eigentlich mutig, weil er ehrlich ist, aber es ist zwei Einträge wert, so) und vor allem
  3. wird die Freiheit, deren Bedrohung ich zum Anlass nahm, mich so ein bisschen auszuklinken, andersrum interpretiert, dass man nämlich eigentlich auch frei genug sein kann, drauf zu scheißen wenn irgendwelche Menschen, auch wenn sie halt nur so halbfremd sind, ins Leben gucken. Sie schrieb mir auch per mail:
nur nicht allzu sehr einschränken lassen beim
schreiben, dann verliert das blog irgendwann einen teil des sinns*

Schlau. Das hat alles mit der Frage nach dem Exhibitionismus zu tun, und auch sehr mit der Frage, wie besonders man eigentlich ist. Erklärung folgt.
Ich sitze ja, wenn ich schlechtgelaunt oder sogar zerknirscht bin, gern in der Uni-Mensa und mache mir klar, dass alle in der Mensa (zumindest statistisch alle) schonmal geweint haben, und höchstwahrscheinlich sogar alle schonmal wegen einer Frau/ einem Mann.
Das eigene Leben, speziell das eigene Leid, ist nämlich, wenn man mal ganz ehrlich ist, überhaupt nichts Besonderes.
Und von daher kann auch dieses Blog letztlich nichts von mir enthüllen, was nicht ohnehin jeder kennt.
Mal zum Abschluss ein paar Beispiele für Informationen, die man (also ich, in diesem Fall) immer unter Verschluss hält (bzw. halte), obwohl sie jedem klar sind oder zumindest nicht überraschend sind:

  • Ich habe einen Penis
  • Ich hatte schon Orgasmen
  • Andere Leute hatten wegen mir schon Orgasmen (oh toll, bei solchen Wahrheiten kommt das Thema Arroganz noch dazu!)
  • Ich habe schon wegen einer Frau geweint

Toll. Das war gar nicht so schwer. Ha!

*Erratum: Das war gar nicht die Frau von dichotomy, das war irgendjemand anders, wie ich gerade informiert wurde. Dennoch: Hut ab, jetzt eben vor allen beiden.
So, jetzt weiß ich auch wer’s war. Es war nämlich 3und20

11.03.2005 21:34
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Gelegentlich ist es ja sehr on vogue, dass man im Internet so Poesiealbum-mäßige Sachen ausfüllt, so wie vor längerem diese 66 Fragen oder vor kürzerem diese 100 Selbstbeschreibungen.
Ich kam dabei auf die Dinge im Leben, die ich erstrebenswert finde, und zwar (wichtig) bezüglich der persönlichen/ spirituellen Entwicklung.

In der Praxis, wo ich gerade arbeite, wird lösungsfokussiert gearbeitet, und da geht es immer um Ziele. Und letztlich ist es total interessant, was eigentlich so die Lebensziele sind, die ganz großen, das, was man vielleicht noch gar nicht kann, aber vielleicht auch das, was man schon ganz gut kann, und wichtig findet.
Hier sind meine persönlichen 4 (Ne Top 5 hätte ich schöner gefunden, wäre aber gelogen):

Hingabe
Das, was man tut, richtig tun, aus voller Inbrunst. Dazu gehört auch Konsequenz, wie meine liebe Mitbewohnerin Anne richtig sagte.

Ehrlichkeit
Gehört mit zur Hingabe. Sich hingeben kann man nur, wenn man sich selbst und anderen gegenüber ehrlich ist.
Hinnahme
Christen sagen dazu “Aus Gottes Hand”, und auch wenn ich keinen Gott habe, zumindest nicht in dem Sinne, haben sie Recht. Meine Gitarristin schrieb mal “Nehmen was kommt und genießen was ist”.
Dankbarkeit
Gehört zur Hinnahme. Dankbarkeit für all das Gute (das ist leicht), und, weitergehend, für jede Erfahrung, die man macht (das ist schwer).

11.03.2005 21:24
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Hm, hm. Vor 2 Tagen fand ich’s ja noch total toll, dass man auf mich gelinkt hat, aber gerade schwingt noch was anderes mit.
Ich bekam letztens die (sicher sehr lieb gemeinte) Mail von, wie ich vermute, einer Bloggerin aus meinem weiteren Umfeld, die meinte, Bloggen wäre auf Dauer eher für sich und für die Freunde, weil nämlich jene, die es oft lesen, auch zu Freunden werden können oder so ähnlich.

Das Erste (also für sich bloggen) finde ich schön und erlebe ich auch, aber ich glaube das Zweite gefällt mir überhaupt nicht.

Ich schätze sehr a) den anonymen Leser, über den ich mich schlicht freue, weil diese Konzepte, die ich hier vertrete, offenkundig auf Resonanz stoßen, und b) das Einweihen von Menschen, die mir wichtig sind, in dieses Blog hier. Ist ja halt schon auch persönlich, manchmal.
Beides hat nichts miteinander zu tun, ich habe also weder das Gefühl, dass ich anonyme Menschen einweihe in mein Privatleben (die wissen ja gar nicht, wer ich bin), noch, dass meine Freunde notwendigerweise Resonanz bedeuten (die kennen mich ja eh).

Durch diese blog-community, die ich gerade spüre, wird das hier plötzlich viel… naja, enthüllender. Die wissen nämlich zum Teil wer ich bin, und werden hier eingeweiht. Plötzlich sind da doch Menschen, nicht nur Hits und Freunde, sondern echte fremde Menschen.

Das heißt für mich zwei Sachen:

  1. Ich muss aufpassen, was ich hier reinschreiben will. Das ist sehr lehrreich für mich gewesen und auf jeden Fall sehr positiv an dieser Erkenntnis, dass Leute aus meinem Umfeld, die weder anonym noch durch mich Eingeweihte sind.
  2. Ich werde kein Blogroll machen. Irgendwie ist mir das nicht frei genug (wäre ja albern), denn dieses Blog ist einfach was es ist, ich möchte es nicht durch ein Einbetten in einen sozialen Kontext definieren oder so, möchte keine Blogfreundschaften

Das soll jetzt überhaupt nicht doof rüberkommen, ich lese gern diese anderen Blogs, aber irgendwie möchte ich lieber, dass halt hier und da mal ein Link auftaucht, in den Einträgen, weil es halt passt, und keine feste Form.

Also, liebe Blogger: Nicht böse sein, ich mag eure Blogs, aber ich mag’s nicht so eng.

Witzig eigentlich. Ob ich vielleicht einfach Angst vor Beziehungen habe, und zwar sogar digital zwischen meinem Blog (und damit Teil meiner Seele) und anderen Blogs? Spannend.

10.03.2005 19:11
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Ich will Haut. Letztens hab ich noch voller Freude bemerkt, dass ich zwar große Lust auf Körperlichkeiten hatte, aber irgendwie ohne jeden Zwang, ohne “dringend”, und hatte noch halb im Scherze gesagt, ich würde hoffen dass das so bliebe.
Es ist nicht so geblieben. Ich könnte es jetzt noch eine Weile gewählt umschreiben, ein wenig elaborieren, aber im Grunde beschränkt es sich ziemlich deutlich auf: Ich bin heiß.

Jetzt bin ich zwar sehr froh, dass ich dazu stehen kann (bei Frauen gehörte das irgendwann mit zur Emanzipation, das ist cool, als Mann darf man so etwas eigentlich nicht mehr sagen, wenn man emanzipiert sein will, oder muss sich irgendwie rechtfertigen. Das hab ich jetzt hiermit getan), aber ich bin immer noch heiß.
Diese “freier Sex”-Seite am freien Lieben bekommt gerade mehr Reiz für mich, aber wie schonmal beschrieben, habe ich keine Ahnung, wie das gehen soll.

Ach ja. Hilft alles nichts, dann muss ich wohl genießen, dass es da in mir lebt und verlangt. Ist ja auch was Feines. Hm.
Oder rufe meine Affäre von letztem Jahr an, aber das finde ich doof. Schade eigentlich, dass man das doof findet. oder? Als wäre es verwerflich, Lust auf Sex zu haben. Im weitesten Sinne (gerade wollte ich schreiben: Sex im weitesten Sinne, um das zu erklären, wobei mir dann auffiel, dass Lust im weitesten Sinne auch passt, weil ich a) auf viel Lust habe und b) weil Lust zu haben auch in anderen Kontexten ne feine Sache ist).

Also, nochmal ganz deutlich. Ich will.

09.03.2005 19:19
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Ich werde am Wochenende ein Blogroll programmieren (also eine Liste von Blogs, die ich lese oder lesenswert finde (korreliert ja leider nicht immer.zu 1.0…)).
Fiel mir so auf, als ich den Beitrag von gerade las.

09.03.2005 19:17
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Ich fühle mich gut. Jemand hat auf mich gelinkt, und zwar jemand den ich nicht kenne. Glaub ich zumindest… vielleicht kenn ich sie auch doch, fällt mir auf, aber was eigentlich das Wichtige ist, ist nämlich, dass ich sie nicht darauf hingewiesen habe, dass es dieses Blog gibt.
Gut, sie hat es vermutlich von B., das heißt so richtig heftig mysteriös ist das jetzt nicht, aber hey… ein Link. Offenbar gefällt es ihr.

Dabei stellt sich mir die Frage, warum genau ich dieses Blog eigentlich mache…
Mission? Geltungsdrang? Exhibitionismus?
Ich würde sagen es sind 20 zu 30 zu 50% diese drei Dinge. Tja, das ist bitter.

Aber ganz wichtig: Man hat eben auch Schwächen. Und das bringt uns dann wieder zur Liebe (das Thema ist was Bezüge anbelangt aber auch wirklich sehr kulant), denn die Schwächen gehören nunmal auch dazu, und zwar vor allem und am allerwichtigsten zu einem selber.
Also, ihr Lieben: Findet eure Schwächen, und bevor ihr sie ändert, überlegt, ob sie geändert werden müssen.
Man wird eh nie perfekt.

06.03.2005 17:34
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Gerade sprach ich mit einer Freundin über ihre Beziehung, und ich riet ihr, wenn es ihr nicht gut täte, so grundlegend für länger, solle sie die Option Schlussmachen auf keinen Fall tabuisieren.
Denn eine Beziehung, so einigten wir uns schnell, soll ja eigentlich Spaß machen.

In dem Zusammenhang ist es ziemlich interessant, wie oft man Leute, die was Neues anfangen, fragt: “Und? Ist es was Ernstes?”.

Hoffentlich nicht.