16.04.2006 22:54
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27. März, 2. Februar, 7. Januar, 28. November, 27. Oktober, 26. August, 19. Juli, 15. Juni, 31. Mai, 19. April usw.
Dazwischen unterschiedliche viele Tage.
55 XXXXXXXXXXX
26 XXXXX
41 XXXXXXXX
33 XXXXXX
62 XXXXXXXXXXXX
38 XXXXXXXX
34 XXXXXXX
16 XXX
42 XXXXXXXX

Jeden Monat hab ich einmal miese Laune. Ungefähr alle 3 Monate lass ich diese Phase einmal aus (im betrachteten Intervall sind die Lücken nämlich zwischen Anfang Februar und Ende März sowie zwischen August und Oktober).

Vielleicht sollte ich mich da einfach dran gewöhnen. Monatliche Stimmungsschwankungen, das ist ja bei Gott keine Seltenheit. Und immerhin ist es alle Vierteljahre nicht so ausgeprägt…
Wobei ich in Zukunft mal festhalten sollte, wie schlimm es ist und wie lang es dauert. Schwer zu sagen… ich wüsste gar nicht, ob der 27. März noch anhält oder ob es was Neues ist.

16.04.2006 18:37
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Meine Lebensenergie entspringt nicht dem Willen, sondern der Liebe. Liebe ist die größte Kraft. Es gibt keine größere. Liebe zur Welt, zu den Menschen, zur Musik. Liebe zu allem. Da zu sein, Liebe zu fühlen, zu versuchen, Verständnis zu haben, auch wenn man dich nicht immer versteht.
Montserrat Cabbalé

14.04.2006 14:08
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In letzter Zeit fällt mir oft ein Junge in der Stadtbahn auf, ein Knabe, der schöne dunkle Augen hat aus denen leise folgender Satz tönt: Tu mir nichts.

Aus seinem Verhalten will etwas ganz anderes sprechen, und eigentlich müsste es laut sein, ist es aber nicht. Oder irgendwie schon, jedoch ist es diese etwas beschämende Lautheit, die man bei schlechten Schauspielern beobachten kann, wenn sie schreien sollen, sich aber nicht trauen. Ich ziehe dann immer die Schultern etwas zusammen und schaue zu Boden, weil in jenen Momenten nicht nur die schöne theatralische Fassade in Schwanken kommt, sondern vor allem auch, weil der Mensch auf der Bühne plötzlich zum Schauspieler wird, zum armen Würstchen, das so gerne so täte als ob, aber nicht mehr überzeugend ist, aber eben immer noch 1,70 über dem Boden auf der Bühne steht und beleuchtet wird.

So ähnlich auch der Knabe. Ich schätze ihn auf 14, maximal 16 Jahre, und ich schätze weiterhin, dass er in einer Clique ist, so einer richtigen mit Hierarchien, Gerüchten und Status.
Beides trägt dazu bei, denke ich, dass er beim Rennen, um die Bahn zu kriegen, darauf achtet, wie er läuft, wie er schaut, wie seine Jacke auf und ab springt, und dass er dann, angekommen in der Bahn, an sich herumzuppelt, sich lässig an die Bahninnenwand lehnt, in die Reflexion der Falttür neben ihm schaut, seine Frisur richtet, und sich noch einmal ein wenig anders hinstellt.

Im Grunde, so hat man mir erklärt, ist das ganz normal. 14 Jahre, Clique, man beginnt seine Geschlechtlichkeit zu spüren und weiß (und hat sogar Recht), dass als Mann Status das Gefährt zum Geschlechtsverkehr ist. Ob das für Erwachsene so bleibt, weiß ich nicht, aber auf der Schule wollen alle Jungs die hübschen Mädchen und alle Mädchen die coolen Jungs.

Cool sein zu wollen ist also ziemlich normal.
Maximalcoolizität muss das Ziel sein.

Was mich aber daran bewegt, ist der Blick des Knaben, der um sanfte Behandlung bittet, in dem etwas die ganze Zeit verzweifelt zu intonieren scheint, es gehöre hier nicht hin, es wolle bitte, bitte raus, nach Hause vielleicht, vermutlich näher zu sich selbst, und das Spiel möge doch aufhören, es sei so anstrengend.
Tu mir nichts.

12.04.2006 13:15
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Im Abstand von 20 Metern.

10.04.2006 19:14
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Biolebensmittel werden gerade “in”, das finde ich in weiten Teilen ganz hervorragend, denn dadurch werden sie erschwinglich.
Biolebensmittel finde ich aus ähnlichen Gründen wie beim Vegetarismus eine wunderbare Sache. Wenn Tiere eine Seele haben, gebietet mir meine Ethik, sie vernünftig zu behandeln. Sie überhaupt gefangen zu halten, um etwas zu produzieren, finde ich in gewisser Weise schon sehr bedenklich – immer mal wieder spiele ich mit dem Gedanken, Veganismus zu leben (also auch keine Eier und keine Milchprodukte), insbesondere dann, wenn ich mal wieder zufällig vegan gekocht habe und es super war.

Dennoch fühle ich mich ethisch beim Vegetarismus bislang gut aufgehoben, denn ich würde es zwar nie übers Herz bringen, eine Kuh oder auch nur ein Huhn zu töten, aber vom Melken und Eier klauen hält mich weitaus weniger ab. Sofern die Kuh auf einer Wiese steht und das Huhn mehr Platz als eine DIN A4 Seite hat.

Bioprodukte also.

Ich finde es ganz erstaunlich, dass Bioprodukte gerade so gut gehen, dass sie in großen Mengen verkauft werden können, denn Bio heißt immer: Mehr Aufwand. Mehr Platz für die Kuh, mehr Streicheleinheiten, mehr Platz für den Anbau von nicht gespritzten Futtermitteln (die ergo leichter verderben und ergo mehr produziert werden müssen) und wohl auch mehr menschliche Arbeitskraft, um die größeren Felder zu bewirtschaften.

Dass irgendwann alle Menschen Bioprodukte essen, ist also in gewisser Weise ein schöner Trugschluss, denke ich. Mir gefällt er auch, aber für 6 Milliarden Leute und den Raum für Biofelder und -ställe bietet dieser Planet nicht genug Platz.
Schon für die 80 Millionen Deutschen reicht der Platz in Deutschland nicht – die Biomärkte (die es jetzt immer mehr gibt und die ich wiederum total begrüße) müssen bei Engpässen Nahrungsmittel importieren, unter anderem aus Holland. What Eigentor is all about.

Denn natürlich schwingt bei Biolebensmitteln irgendwie der Gedanke mit, dass das auch ökologisch ist – wenn aber irgendwann auch der Biojoghurt zu der erschreckenden Kilometerzahl emporklimmt, die ich mal las (ein Durchschnittsjoghurt hat 15 km auf dem Buckel – mit einbezogen sind alle Inhaltsstoffe und Verpackung, und dann halt je Fahrt runtergebrochen auf einen Becher…), dann ist der Name eine Farce.

Übrigens finde ich es einen schönen Gedanken, dass die meisten von uns keine Biomenschen sind. Genau kenne ich die EG-Bio-Verordnung nicht, aber ich bin sicher, damit eine Kuh bio ist, müssen alle ihre Futtermittel bio sein.

Meine Futtermittel sind nicht alle bio. Außerdem bin ich, glaub ich, nicht artgerecht gehalten, aber da bin ich nicht sicher.

Und das, obwohl “bio” doch einfach nur “Leben” heißt. Wir sind keine Lebemenschen. Dann kann wohl unser Leben auch kein Menschenleben sein… Naja, Wortspielerei.

Dennoch, es bleibt verrückt – wenn es noch eine Stufe über uns in der Nahrungskette gäbe, würden die ernährungsethisch Motivierten unter ihnen uns nicht anrühren…

Beruhigend?

06.04.2006 22:23
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Wenn man “Hieraus” googlet, bin ich auf Platz 1…

Aber was bedeutet das? Außerdem kommt das Wort (bislang) nullmal bei mir vor… Hieraus…

Ob es ein im Netz Gefangener war, so eine Art analphabetischer Poltergeist, der unbedingt hier raus wollte?
Oder gibt’s das Wort doch? Daraus, Hieraus? Seltsam, seltsam…

06.04.2006 12:20
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Auf dem Bild ist das aktuelle Lautsprechersystem von Bang & Olufsen zu sehen. Sieht seltsam aus, nicht?

Bang & Olufsen ist eine Firma aus Dänemark, die seit 1925 Elektrogeräte herstellt, und dabei Design und Funktion zu verbinden suchen, und die vor allem primär an den Menschen und nicht so stark an die Technik denken, wenn sie entwickeln.
Der Chefgestalter (der auch die Lautsprecher entworfen hat – witzig übrigens, wie mir im Traum nicht einfiele, “Boxen” zu sagen) David Lewis will mit der Form den Inhalt fortführen. Dieser Gedanke ist angeblich Bauhaus, ist aber vor allem sehr schön.

Und dieser Gedanke ist es wohl auch, der B&O eine Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art eingebracht hat.

Wow!

Ich meine, hey, das ist ne Firma, eigentlich sind die marktwirtschaftlich verpflichtet, das genaue Gegenteil der Kunst. Aber ich gebe zu, zwei meiner drei Kriterien für Kunst sind erfüllt.

  1. Die Geräte werden von Menschen gemacht.
  2. Die Geräte lösen Gefühle aus.

Das mag jetzt eventuell überraschen, aber ich habe diesen Artikel gelesen und gejuchzt vor lauter Innovationsfreude und Menschennähe.

B&O hat auch ein Handy gemacht, und Torben Sorensen hat Schönes dazu zu sagen:

“Bei den Klingeltönen haben wir uns beschränkt. Man kann zwischen Glocken aus verschiedenen Metallen wählen und den Tönen eines Xylophons”

Wunderbar.

Das dritte Kriterium meiner Kunstdefinition hat übrigens mit der Semantifizierung des Nicht-Semantischen zu tun. Und ich glaube, zumindest die oben angesprochenen Lautsprecher erfüllen dieses Kriterium, dürfen also ins Museum.

Die messen nämlich ihre eigene Wirkung, und passen ihren Klang an die Innenarchitektur an. Sie legen also Wert auf ihre Wirkung.

Meine Damen und Herren, jemand hat arrogante Lautsprecher erschaffen.

Manchmal, wenn ich nicht weiß, warum Geld wichtig sein sollte, denke ich über Bang & Olufsen nach, und verdammte Axt, das reizt mich. Ein so schön gewandeter Kapitalismus macht mich wirklich schwach.
Dumm nur, dass man dafür nicht nur eine große Wohnung und passenden Bilder an der Wand braucht, sondern, beispielsweise für die Boxen 15 000 $.

05.04.2006 23:45
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Nachdem ben_ letztens ein ganz wunderschönes Photo geschossen hat, und ich ja mittlerweile Besitzer eines Palms mit Photofunktion bin, ging ich heute etwas anders zur Arbeit.

Ich nahm, ohne irgendwas zu photographieren, viele der Eindrücke mehr als Motiv wahr, war aufmerksam dafür, ob irgendetwas ein gutes Bild wäre. Dann sind Spiegelungen auf einmal gerahmte Welt, und Ecken sind Kontrast. Schön ist das, hab ich da gedacht, und: So muss ein Photograph die Welt wohl immer sehen.

Ich bin kein Photograph. Ich werde wohl ein bisschen mit meinem Palm knipsen, weil ich Schnappschüsse mag, aber das Auge des Photographen ist mir nicht gegeben.
Ich habe dafür ein bisschen das Ohr des Musikers. Es fällt mir auf, wenn im Fitnessstudio jemand im Takt der (fürchterlichen) Musik seine Turnschuhe auf das Laufband platschen lässt, und gleichzeitig Gewichtsscheiben aus einer anderen Ecke immer auf die 1 klappern. Oder wenn S-Bahn-Kreischen und Autoverkehr zwei Spuren sind. Solche Sachen.

Das ist ein anderer musischer Sinn. Wie schön, die Welt so zu sehen! Wunderbar! “Fake it till you make it” hat mein amerikanischer Ausbilder (Psychotherapie) letzte Woche gesagt – ich glaube, ich würde gern öfter so tun, als hätte ich jene musischen Sinne.

Würde die Welt eben mit dem Auge eines Photographen sehen. Mit der Nase eines Gourmets würde ich riechen, wie die Schokolade des Jungen neben mir sich mit dem chinesischen Geruch des Imbisses dort hinten verbindet, und wie das auch ein Gericht wäre.
Mit dem Gleichgewichtssinn eines Tänzers würde ich spüren, wie der Wind mich bewegen möchte, und meine Zehen mich zurückhebeln.
Mit dem Tastsinn eines Bildhauers würde ich die metallenen Geländer spüren, und die Menschen, die zu berühren mir vergönnt ist, würde in ihren Gliedern Formen erkennen.
Mit dem Temperatursinn eines Pantomimen würde ich spüren, dass just wo der Wind nachlässt, es erst noch einmal kälter unter meiner Jacke wird.

04.04.2006 20:00
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The question isn’t about eliminating piracy, it’s about increasing sales.

GalCiv II – Forum

Galactiv Civilizations II ist ein neues Spiel einer kleinen Firma, das nicht kopiergeschützt ist. Kein DRM, keine Sicherheitsscheiße.
Deswegen haben sie ein Problem mit illegalen Downloads, behandeln das Ganze aber ruhig und mit obigen Worten.

Das gilt auch für Musik.

Statt “Wie hindern wir die Leute ohne Geld daran, uns zu brennen?” wäre “Wie bringen wir die Leute mit Geld dazu, uns zu kaufen?” angebracht.
Tja. Der Weg könnte die Qualität sein.

02.04.2006 13:41
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Mit ausreichend Abstand verlieren Dinge ihre Relevanz. Beispielsweise mein World of Warcraft Account.
Noch als ich mich ingame verabschiedete, war ich ohne Flachs gerührt, habe (in character) große Worte gemacht, von Lebt wohl und Wiedersehen, und war fast sicher, dass ich relativ bald mal wieder einen Monat buchen würde, um dann komprimiert ein wenig zu spielen.
Aber jetzt, wo das Abo seit ungefähr 3 Monaten gekündigt ist, hat es seinen Reiz verloren, es hat nicht mehr viel mit mir zu tun.

Man kennt das auch von Hobbies, die andere Leute haben. Es ist dann sehr deutlich zu spüren, dass da irgendwas dran sein muss, was wirklich ungeheuer spaßig zu sein scheint, aber der Abstand ist etwas zu groß, um es nachvollziehen zu können.

Das passt in gewisser Weise gut zum Gedanken, dass man sich selbst näher kommen will, dass irgendwo “nah an einem dran” der Sinn des Lebens wartet, und bringt mich zu der Vermutung, dass Sterben deswegen leichter sein könnte als gedacht.

Die psychologische Distanz zum Leben wächst, je näher man dem Tod kommt, man selbst hat immer weniger zu tun mit dem, was das eigene Leben war, und vielleicht wird man gar nicht mehr so recht nachvollziehen können, dass man da mal so dran hing.
Das finde ich beruhigend.
Alles hat seine Zeit, und jede Zeit ist wohl auch mal vorbei. Solange man darüber nicht die Zeit abwertet, die augenblicklich Präsens ist, sondern nur mit jenen Zeiten abschließt, die vergangen sind, ist der Gedanke hilfreich.

Mir hat die Distanz, also die innere Distanz, in den letzten Monaten mindestens zweimal geholfen, um einen neuen Zugang zu den Geschichten mit Powergirl und Marveille zu finden, weil sich in beiden Fällen viel verändert hatte, und ich anhaftete. Das gefiel mir nicht, und der Weg aus der Anhaftung war die Distanzierung.

Wichtig ist dabei, nicht trotzig wegzusehen, sich dauerhaft zu entfernen, sondern sich von dem zu verabschieden, was war, um dann erneut auf das zuzugehen, was ist, ohne falschen Stolz, ohne Reue oder Sehnsucht.

Es gibt ja nur die Gegenwart.

Ich zumindest schätze diese unprätentiöse Sicht auf das Jetzt, das nicht aufgeladen ist von Schmerzen oder Hoffnungen aus der Vergangenheit, wobei ich auch sagen muss, dass das ganz schön schwer ist.
Sowohl, den Abstand zu finden, sich von einer Sache oder Person zu distanzieren, die man mag, wie auch, dann nicht in die Isolation zu gehen, sondern stattdessen neu hinspüren, was neu da ist, wenn das Alte sich entfernt hat.

Diese Gratwanderung zwischen Isolation und Nähe, zwischen Freiheit und Bezug, die mich eigentlich wirklich schon seit mindestens 7 Jahren begleitet, wird das auch noch in Zukunft tun.

Das Blog ist übrigens gerade auch Teil davon. Teils schätze ich es, hier Gedanken zu formulieren, und vor allem schätze ich das Wissen, dass die Gedanken gelesen werden, dass Google den Leuten mit meinen Worten die Welt erklärt (verzeiht die Hybris), aber zum Anderen habe ich in den letzten Tagen so wenig geschrieben, dass der Abstand zum Blog gewachsen ist, und, wie gesagt, mit mehr Distanz verlieren die Dinge die Relevanz.

Mal sehen, was eine neue Relevanz sein kann.