11.07.2005 14:51
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Die Wikipedia ist doch immer wieder für ein Stündchen Unterhaltung gut.
Und mit Unterhaltung meine ich weder Spaß noch Dialog.
Auf der Zitate-Seite zum Thema Liebe fand ich unter anderem das:

Ihm, den ich liebe, wünsche ich Freiheit, sogar vor mir selbst.

Anne Morrow Lindbergh

Anne Morrow Lindbergh ist die erste Frau, die in den USA einen Flugschein machte. Wenn Leute, die fliegen, über Freiheit reden, hat das irgendwie was…

Es gibt nur eine Aufgabe, und die besteht darin, dass wir die Liebe in uns vermehren.
Leo Tolstoj

Leo Tolstoj hat “Krieg und Frieden” geschrieben und wurde seit 1882 polizeilich überwacht, weil er Atheist war, und zwar deutlich.

11.07.2005 2:44
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Vielleicht war’s doch zu weit… die Person, von der ich die Nummer hatte, hat eine SMS bekommen, wieso sie eben jene denn rausgäbe…

*schluck*

So war das aber nicht gedacht. Direkt wollte ich sein, frech noch ein bisschen, aber aufdringlich oder gar unangenehm und distanzlos eigentlich lieber nicht.
Das hab ich der Frau dann auch gleich noch ge-sms-t.
Und dass ihr selbstverständlich freisteht, ob sie das will. Dachte das wäre klar, dachte dann, es könnte ruhig noch klarer.
Komisch. Am Telephon schien sie sich gefreut zu haben. Schien auch Spaß an der Ungewöhnlichkeit zu haben.

Aber das hier ist Cliquenscheiße. Das hatte ich von 17 bis 19, das brauch ich nicht wieder. “A hat gesagt, dass du B gesagt hast, warum ich nicht mit C rede. Aber wenn B das jetzt C sagt, hätte ich ja auch gleich mit ihr reden können! Und woher weiß A das eigentlich?”

Da werd ich sie mal fragen. Vielleicht fand sie es ja in diesem Fall nicht so schlimm, wollte aber grundsätzlich was sagen.
Oder sie denkt, ich bin ein fieser Lüstling.
Mist.
Ich dachte, das Neue, was passiert, wenn man Grenzen ignoriert, ist was Schönes. Scheinbar ist es halt doch erstmal einfach nur grenzüberschreitend.
Ich hasse es, wenn Normen ihren Sinn erfüllen.

10.07.2005 20:09
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Letztens noch über die Datingkultur in den USA geschrieben, schon weit aus dem Fenster gelehnt.
Gerade habe ich was gemacht, das hab ich noch nie gemacht.
Ich habe mir die Telefonnummer einer Frau besorgt, und sie angerufen.

Das war lustig, denn sie wusste, genau wie ich, dass das ziemlich direkt, fast frech ist, hatte aber, genau wie ich, irgendwie Spaß daran.
Spaß hatten wir überhaupt eh schon, denn ich lernte sie kennen auf einer Party, wo sie mir gefiel. Als Partygenossin, humorvoll und vor allem als Frau. Sie war nämlich (zumindest auf der Party, sowas kann sich ja schneller ändern als man Pubertät sagen kann) eine der ersten weiblichen Menschen in meinem Umfeld, bei dem ich nicht in der definitorischen Grauzone zwischen Mädchen und Frau fischen musste, die war einfach eine Frau.
Gut, jetzt ziehen alle mir bekannten Damen, die dies lesen, diverserlei Gesichtspartien kraus, aber hey, definitorische Grauzone is spannend as well. Heißt ja nur, dass ich es wirklich nicht weiß, wahrscheinlich meistens, weil ich die Leute als Mädchen kennenlernte und die sich da irgendwie langsam von wegentwickeln.

Jedenfalls bin ich sehr gespannt. In dem Freundeskreis, über den ich sie kennenlernte, eckt sie gerade etwas an mit ihrer sehr direkten Art, und vor allem mit irgendwelchen rumorosen Techtelmechteln innerhalb dieses Freundeskreises (was ich, bevor das hier falsch wirkt, erst erfuhr, als ich schon nach der Nummer gefragt hatte. Also bitte, ja?).
Liberale Liebeskonzepte und offener Umgang sagen mir aber natürlich total zu.

Mal sehen, mal sehen. Jedenfalls ist es wie damals, als ich B. kennenlernte: Es gibt kein Skript.
Wenn man als Mann einen Mann kennenlernen will, geht das nicht über “Wollen wir mal ins Kino gehen?”, weil die ganzen Codes falsch verstanden werden.
Jetzt habe ich, indem ich so ein paar Schritte übersprungen habe, die Skripte für “Mann will Frau kennenlernen” hinter mir gelassen.
“Wie, der hat einfach gefragt ob ihr euch mal trefft?” Das darf man so nicht. Spannend.
Das Telefonat war auch geprägt von (beidseitigem) Wundern über das Procedere. Erstmal alles Bekannte einreißen, dann passiert schon was Neues.
Huiui.

10.07.2005 1:12
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Der lustige Anagramm-Generator (via 3und20 und Killefit) spuckt für meinen Namen nichts aus, aber für freies lieben umso witzigere Dinge:

Mit so einem “Riesen Belief” kann man nämlich “reifen Leibes” wahrhaftig “eisfrei leben” und vollen “Eifers lieben”.

Grund zur Party: Das werden geile “Leibesfeiern”, auf denen wir zur “Frisbee eilen”.
Diese “fiesen Leiber”.
Und Nixen muss ich wohl einladen: Die “feinere Silbe”, die die “Sirene befiel”, schrieb sie dann in “senile Briefe”.

Das ist sehr dadaistisch.
Ich will nicht vom Beliefe seiern,
das Wort, es schmeckt wie “Seife: bleiern”.

Geil.

10.07.2005 0:39
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Sehr geehrter Herr Rupprecht,

heute habe ich ihr Buch “Jakobs Traum”, das mich in meiner Kindheit so, so, so sehr gefesselt hat, per Post bekommen.
Ich habe es beim ZVAB bestellt, und, obwohl ich weiß, dass ich damit offiziell gegen ihr Urheberrecht verstoße, ich werde jetzt zwei Bilder daraus hier veröffentlichen.

Zum Einen, weil das Urheberrecht in seiner jetzigen Form die Wissensallmende behindert, und damit die Menschheit, zum Anderen, weil sie mit diesem Buch (Copyright 1984) ohnehin keinen Pfennig mehr verdienen. Ich habe 2 Jahre versucht, es zu kaufen, jetzt hab ich es endlich.

Schönen Gruß, und danke für das Buch! Ich liebe es immer noch, es ist super!

Sind die nicht geil? Super… Super, super, alles super. Kindheit. Hmmmmm.

09.07.2005 21:33
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Wie ich irgendwann, nachdem ich lange dachte, ich sei ein lüsterner Rüpel, herausfand, berühre ich gern jene Menschen, die ich mag.
Männer wie Frauen, obwohl ich zugebe, dass Frauen sich unter meinen Händen besser anfühlen.

Das teilen nicht alle Menschen in meinem Umfeld, und weil ich niemanden kompromittieren will, bin ich zurückhaltend, was ich aber eigentlich schade finde.

Meine Wahlschwester, die gerade in meinem Bett ein Nickerchen macht, sieht das dagegen so wie ich.
Das gefällt mir sehr gut, weil ich mit ihr eine so große Nähe erfahre, wie sonst selten.
In meiner Anwesenheit zu schlafen ist schon riesig, das mag ich auch bei Menschen in meinem Auto, und dann noch, ohne Angst vor Missverständnissen, oder zumindest mit einem offenen Umarmen dieser Missverständnisse, schmiegen zu können, finde ich wahrhaftig ziemlich optimal.

Die logischerweise beste Variante ist es, schlafende Menschen zu berühren. Das geht selbstverständlich nur bei ausgesprochen viel Vertrautheit, ist dann aber wirklich besonders schön.
Auch im Schlaf berührt werden finde ich super.
Ich hätte auch gern die Wahlschwester ein wenig wachgestreichelt, aber nun ist sie schon wach und wir lernen weiter zusammen.
Und auch das ist irgendwie traut.

Viel braucht es ja gar nicht, damit ich glücklich bin. Oder wenig ist eigentlich viel. Wer weiß.

07.07.2005 22:55
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Weniger über Offenheit reden, mehr Offenheit leben.
Weniger über Verletzlichkeit reden, mehr Verletzlichkeit leben.

Zurückweisung tut weh.
Scheitern tut weh.
Hoffen ist manchmal schlimm.
Alles ist nicht so einfach.

Ich muss ehrlicher sein, vor allem mit mir. Aber vor allem auch mit anderen.

Mist. Das war doch schon mein Vorsatz, nur mit einem anderen Wort.

05.07.2005 21:16
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Adressatenorientierte Kommunikation (aoK) ist, wenn man das zu Sagende auf sein Gegenüber abstimmt. Wenn ich weiß, jemand mag Computer, erkläre ich Bloggen anders, als wenn jemand nichts darüber weiß.
Interessant ist: Wenn mein Adressat zu meiner Ingroup gehört, also zu irgendeiner Gruppe, zu der ich auch gehöre, dann beeinflusst mich das wiederum in ganz bestimmter Weise.
Ingroup-Angehörige werden ohnehin als kompetenter und toller bewertet, und wenn ich so jemandem was erzähle (und es ja, wegen aoK, an ihn anpasse), dann glaube ich das nachher auch.

Es gibt Studien, in denen müssen Leute eine fiktive Person namens Donald beschreiben, und sie wissen entweder, ihr Adressat mag Donald, oder wissen, er/sie mag ihn nicht.
Wie erwartet passen die ihre Rede an, einmal loben sie, einmal lästern sie, aber wenn man ihnen sagt, ihr (ebenfalls fiktiver) Adressat gehöre zu ihrer Ingroup, dann findet man noch Wochen später, dass ihr Gedächtnis in Richtung ihrer Rede verzerrt ist.

Kurzform: Ich glaube, was ich jenen erzähle, die ich mag.
Dazu kommt noch der sogenannte “generation effect”, dass also selbst produziertes besser im Gedächtnis bleibt als nur rezipiertes (deshalb weiß man nach dem eigenen Referat so gut Bescheid – das wäre nicht so, wenn man es nicht halten würde, obwohl man die gleiche Vorbereitung hatte).

Natürlich dachte ich sofort an jene Leute, die man am liebsten mag. Wenn man also seinem Partner Dinge sagt, die man halt so sagt, selbst wenn man es selber gar nicht so in sich fühlt (z.B. “Du bist mein Himmel” oder “So etwas wie du ist mir noch nie passiert”), dann glaubt man das nachher.
Kaum sage ich “Ich liebe dich wie nie jemanden zuvor” ist es wahr, und alles vorher wird weniger.
Und so zeigt sich der von mir oft beschworene Zirkelschluss, dass die romantischen Ideen sich durch ihr Ausleben weiter fortpflanzen, wieder einmal neu, diesmal sogar mit Wirkmechanismus.
Gleichzeitig ist das hier natürlich auch der Wirkmechanismus, wegen dessen ich, je länger ich dieses Blog schreibe, umso stärker an diesen ganzen Kram hier glaube, ohne mehr als am Anfang zu “wissen”, ob da was Wahres dran ist.
Wenn ich sage “Ich liebe dich, und diese Liebe ist von allem verschieden, was ich sonst liebe, hat damit nichts zu tun”, dann ist das auch so.

Und es ist übrigens auch der Grund, warum ich die Tage doch mal eine Kommentarfunktion schreiben sollte… oder zumindest ein Gästebuch. Damit ihr auch mal in den Genuss des generation effects kommt, und ich hier so richtig dick ins Missionierungsbusiness einsteigen kann.

04.07.2005 14:30
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Fuß- und Fingernägel sind ja, wenn sie noch an Fuß oder Finger dran sind, eine feine Sache. Die sind manchmal hübsch hergemacht, manchmal von alleine hübsch, und noch manchmaler kratzen sie einen lüstern hie und da. Super.
Kaum sind sie ab, sind sie unglaublich eklig.

Körperflüssigkeiten jeglicher Art, sind, solange sie warm und körpernah sind (im Mund, auf dem Bauch) irgendwie sexy, aber schon kurze Zeit später will niemand auf der nassen Seite schlafen.
Auch Spuckeflecken auf Asphalt sind selbst von liebsten Menschen nicht so richtig geil.

Und Essen verwandelt sich, wenn der Mensch sich zurücklehnt und das Besteck hinlegt, innerhalb von ca. 20 Minuten in Müll.
Notwendige Bedingung: Man hat keinen Hunger mehr.

Offenbar hat es was mit der Repräsentation zu tun – je näher an dem, wofür es steht (den Menschen oder das Mahl), desto besser, desto weniger eklig.
Kaum verliert die Materie den Bezug zur Seele dessen, was es ist, zur Semantik, wenn man so will, ist es vorbei.
Same with death. Niemand mag Leichen.
Same with love. Keine Ahnung warum, ich wollte die Kurve noch kriegen. Aber irgendwie passt es sogar.
Wenn man lang genug sucht, hat alles mit der Liebe zu tun. Wenn nämlich der Mensch, den man liebte, nicht mehr geliebt wird, ist er, obwohl es der gleiche Mensch ist, irgendwie weniger toll. Bedeutend weniger toll.
So wie kalte Pommes oder Fußnägel.
Bitter.

Beim Essen gab es ja noch die Prämisse, dass man keinen Hunger mehr haben darf… da kommt dann wohl Sex mit dem Ex ins Spiel.

04.07.2005 2:40
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In einem Gespräch über eine Dreieckskonstellation, wie ich sie ja eigentlich gerne hätte, wurde mir die Ehre zuteil, das freie Lieben als neue Perspektive aufzuwerfen, dem Mädchen, was zwei Jungen mag, nicht zu sagen “Entscheide dich für einen” oder derlei, sondern eben “Entscheide dich erstmal für dich”.

Das war schön, erstens weil ich dieses Gedankengut, was ich für ziemlich ansteckend halte, gern verteile, zweitens weil ich glaube, ihr eine neue Perspektive aufgezeigt zu haben, und drittens weil ich gemerkt habe, wie sehr ich das mittlerweile glaube, wie sehr ich wirklich meine, dass man mit dieser Einstellung glücklicher ist.
Ich ruhe sehr darin. Noch immer bin ich nicht sicher, ob das für jeden und jede was ist, und wo genau das alles so lang läuft, aber erstmal bin ich sehr glücklich damit.
Je öfter ich darüber spreche mit Menschen, die das interessiert oder die das sogar kennen, umso heimischer fühle ich mich darin.
Was mich wiederum bestärkt, mein blogging-Coming Out zu machen. Aber noch nicht.

Übrigens war das Gespräch auch deshalb interessant, weil ich ja eigentlich von Powergirl das umgekehrte Ende kennengelernt habe: Da war ich einer der beiden Jungen. Ich war froh, dass ich offenkundig mittlerweile genug Abstand habe, um jemandem in Powergirls Position Rat geben zu können, ohne für einen der Jungs Partei zu ergreifen.
Andererseits hätte ich mich natürlich bei ihr damals sehr gefreut, wenn ihr jemand den Rat gegeben hätte “Lieb doch beide”… Hm. Naja. Gegenwart, Gegenwart.