06.02.2007 19:01
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Vielleicht zum Thema noch 2 Videos.

Grundgesetz, Artikel 2

Schäuble-Imitation

Viel Spaß.

06.02.2007 18:50
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Ohne das wirklich komplett durchdacht zu haben (Oh, das fängt gefährlich an), scheint mir die aktuelle Debatte um heimliche Computerdurchsuchungen ordentlich zu hinken.

Herr Schäuble, das alte Arsch (Hach, tut das gut), der bei mir schon mit seinem BonmotMalmot

“Im Zweifel für die Sicherheit”

Wolfgang Schäuble

die Rechtsstaatlichkeit hinter sich gelassen hat, hängt die Rechtfertigung der Maßnahme mal wieder an den guten Freunden der restriktiven Innenpolitik ein: Kinderpornographie und Terrorismus.
Wer würde widersprechen, dass Kinderpornographen und Terroristen das Netz nutzen? “Ja, tatsächlich, also, hmm, wenn man da was machen kann, wäre das ja ganz gut…”.

Dazu zwei Punkte: Erstens kommt jetzt wieder vielerorts folgendes Argument: “Wieso, wenn man nichts zu verbergen hat, wen stört das denn?”. Dieses Argument ist Quatsch, denn (a) geht es den Staat aufgrund der Unschuldsvermutung in Deutschland noch nichtmal was an, ob oder ob man nicht etwas zu verbergen hat, den Staat haben Beweise zu interessieren. Ohne Beweise keine Aktion gegen Bürger, das ist Rechtsstaatlichkeit. Und Überwachung ist (b) nämlich eine Aktion gegen den Bürger, weil es Freiheit raubt. Wer beobachtet wird, ändert sein Verhalten. Vielleicht nur subtil. Vielleicht speichert er keine legalen Pornos mehr ab, weil ihm das unangenehm ist. Sexuelle Freiheit eingeschränkt. Vielleicht ärgert er sich in der Öffentlichkeit nicht mehr über seine Partei, weil er nicht rausfliegen will. Meinungsfreiheit eingeschränkt. Das geht dann peu a peu so weiter, und irgendwann hat man die DDR, nur ohne Mauer.
Und Punkt 2: Natürlich nutzen Terroristen und Kinderpornographen das Netz. Jedoch nutzen die auch das Telefon, Fluglinien und überhaupt jede zivilisatorische Neuerung, weil sie eben (Achtung, jetzt wird es wieder gewagt) Teil der Zivilisation sind. Ja, ganz recht, Verbrecher sind auch Menschen, sind Teil von Gesellschaft. Eine Gesellschaft ohne Regelbrüche gibt es nicht.
Natürlich muss man diese Regelbrüche dennoch eindämmen, und zu verhindern suchen, allerdings nicht auf Kosten dessen was man schützt, und die Privatsphäre ist ein schützenswertes Gut. Ebenso die Meinungsfreiheit, ebenso die sexuelle Freiheit. Das sind wichtige Sachen.
Wenn man jetzt alles überwacht, was Terroristen und Kinderpornographen irgendwie nutzen, überwacht man alles, und ein Argument, mit dem man alles rechtfertigen kann, ist kein Argument. Außer “Weil Gott es so will” ist auch ein Argument, und dann sind die meisten Terroristen keine Verbrecher mehr, sondern haben gute Argumente.

Es dauert nicht mehr lange, Kinder. England plant Durchleuchtungskameras, Südkorea hat Abwehrroboter, und unsere Legislative fühlt sich nicht mehr “an die” sondern eher “von der” Verfassung gebunden, und ändert sie immer, wenn es sonst nicht so läuft.
Dabei ist die Verfassung so schön. Einigkeit: Alle sind gleich. Recht: Alle benehmen sich. Freiheit: Alle sind frei. Wieso wird denn da immer dran geschraubt?

05.02.2007 16:22
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Ich schrieb ja vor ein paar Tagen, dass Sicherheit zu wollen Unfug ist, weil man damit etwas, sucht, das “eine Zeit in der Zukunft zusichert, die man jetzt schon haben kann, wenn man sich gegen die Sicherheit entscheidet”.

Mich stört daran, dass man jetzt Lebensqualität aufgeben soll (weil: Unbeschwertheit ist Qualität), um später welche zu haben (weil: Sicherheit ist Qualität). Man erkauft sich also durch die Vorsorge die Sorglosigkeit von morgen.

Das ist sprachlich sehr eindeutig. Vor-Sorgen. Man macht sich jetzt schonmal Sorgen. Das klingt doch unlukrativ, oder? Als würde man sich schonmal vorfürchten, dass man seine Arbeit verliert, oder vortrauern, dass man irgendwann gehen muss.

05.02.2007 16:16
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Liebe, meld dich, wenn du magst.

sms-te am Wochenende die Wahlschwester einer Freundin. Ich freute mich, stellte ich mir doch vor, man würde diesen Satz der Liebe höchstselbst schreiben.

Überhaupt ein sehr bescheidener Satz, schriebe man ihn der Liebe. Demütig beinahe.

29.01.2007 15:54
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Vor kurzem ist mir aufgefallen, warum ich “Zusammenwohnen” so schön finde, warum das eine Zwischenmenschlichkeit ganz nach meinem Geschmack ist: Weil man nämlich immer spürt, was da ist.

Wenn man sich mit Freunden streitet oder einen Abend seltsam fand, dann muss man warten bis zum nächsten Treffen oder telefonieren, aber bei Mitbewohnern sieht man sich gleich beim nächsten Frühstück oder zumindest ziemlich sicher am nächsten Tag, und merkt dann, ob es einfach eine schiefgelaufene Situation war oder was Ernstes.

Gemeinschaft macht so vieles einfacher. Ich muss weiter so leben, das ist gut. Memo an mich: Wohngemeinschaft tut mir gut.

26.01.2007 14:06
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Sie wollen uns holen, und sie haben gute Argumente. Das wichtigste hat trügerischerweise ein -ich- in der Mitte, davor aber ein S- und danach ein -erheit, und es ist gelogen. Weder geht es ums Ich, noch ist die Sicherheit ein gutes Argument.

Ich habe gestern das neue Tanztheater-Stück Stadt.Stolper.Steine von Gregor Zöllig gesehen, und es geht um die Zwänge in Städten, oder eigentlich in der urbanen Moderne allgemein.
Tanz erschließt sich mir sehr unmittelbar. Obwohl gelegentlich mein Kopf zu reden beginnt und mir die Bilder interpretiert (“Hier geht es also um Einsamkeit”), funktioniert das meiste über die Seele. Musik, Licht, Körperbewegung, eine Sprache ohne Worte. Das fasziniert mich unheimlich, diese Kombination kenne ich bislang nur vom Sex. Da fasziniert sie mich auch, aber Tanztheater ist doch etwas anderes.

Die Universalität der Themen rund um städtisches, modernes Leben nimmt mich mit. Offensichtlich sind Gehetztheit, Konkurrenz, Nähelosigkeit und Einsamkeit allen bewusst, dem Choreographen, weil er Tänze dazu findet, und den Tänzern, weil sie sie tanzen können. Ich glaube nicht, dass man etwas tanzen kann, das man nicht versteht.
Also: Alle kennen die Themen, niemand mag sie, aber niemand tut etwas dagegen.

Bei mir geht es auch so langsam los mit dem Sicherheitssingsang. Ich bin jetzt bei Xing, einer Social-Networking-Plattform im Businessbereich, Vernetzung, Vitamin B, Gesumse, Gesumse, und ich fühle mich seltsam damit.
Die Kollegin, mit der ich mich selbständig machen will, imponiert mir, denn sie lehnt einen Job ab, auf dass sie mehr Zeit hat und besser lebt.
Ein Freund von mir ängstigt mich, denn als Antwort auf seine Überforderung erwägt er (zwar im Scherz) den Alkoholismus, und nimmt das in Kauf für die Sicherheit im Alter.

Wo es hin gehen muss, ist klar. Der Tanz hat gut ausgemalt, was die Moderne mit einem macht, und mein Umfeld steckt Entscheidungspole ab. Am Ende kommt nichts mehr. Die Dinge, die Menschen sind kaputt und das Stück hört auf. Das mag jetzt pathetisch klingen, und nichts ist so einfach, wie es in einem Satz auszudrücken wäre, aber doch berührt es mich und erinnert mich an das gute Leben, und die Kürze der Zeit, und damit an die resultierende Notwendigkeit einer Langsamkeit. Also los. Nicht dahin, woanders hin, ich hab noch 70 Jahre, die müssen schön werden. Ehrlichkeit, Nacktheit, Zärtlichkeit, die Tugenden sind klar umrissen. Machen wir uns auf den Weg.

Närrisch ist er, dieser Weg, er geht in Schleifen, er geht vielleicht im Kreise. Mag er gehen, wie er will, ich will ihn gehen.
Hermann Hesse, Siddharta

PS: Übrigens gibt es einen einfachen Grund, warum genau Sicherheit kein gutes Argument ist. Weil es eine Zeit in der Zukunft zusichert, die man jetzt schon haben kann, wenn man sich gegen die Sicherheit entscheidet.

20.01.2007 18:18
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Beim Korrekturlesen der Diplomarbeit meines Mitbewohners stieß ich auf folgenden Satz, der mich denken machte.

Autonomie wird häufig im Sinne von Unabhängigkeit, Ungebundenheit oder Selbstständigkeit verstanden, also eigentlich als Autarkie. Das ist nicht zutreffend. Autonomie auf der einen Seite und Bindung, Integration bzw. Bezogenheit auf der anderen Seite sind grundsätzlich unabhängige, keinesfalls per se widersprüchliche Zustände. Denn Autonomie bedeutet nicht Bindungslosigkeit, sondern Selbstbestimmung.

Spannend.

In letzter Zeit verdrießt mich des öfteren mein Liebesleben. Und mein Sexleben. Bin insgesamt recht verdrossen.
Dann erzählen mir Freunde und Menschen, bei denen ich gern hätte, dass sie meine Freunde wären, von ihren Sexabenteuern, von One Night Stands, von Dreiern, vom Knutschen im Hausflur und vom quietschenden Bett, und mein Neid zieht sich die Feinrippunterwäsche an und verweigert die Zärtlichkeit.

“Nix is, alles scheiße. Will auch”, denkt es dann, das Neid, “Orgasmen, jajaja” und derlei unflätiges Zeug. Ja, das denkt es dann in mir. Dann werde ich still und quittiere die Erzählungen einsilbig, soso, aha, Hände auf Haut, hm-hm, weil ich schlecht reden kann, wenn das Neid so laut herummäkelt.
Irgendwann dann stellt sich mein Gehirn an und wundert sich. J., wieso bist du so still, es ist ja das alte Neid! Sei nicht blöd, Neid ist ein Arschloch, sofort aufgehört.

Das Neid hat leider einen mächtigen Motor, nämlich das Ego. Deshalb ist das nicht so leicht mit dem “aufgehört”. Der Motor hat so viel Power, der treibt alles Mögliche an. Machtstreben. Liebeskummer. Sex halt auch. Whrummmm.

Und mir fiel auf: Ich will gar keinen Sex. Ich will noch nichtmal, das war meine zweite Hypothese, Liebe. Erstens krieg ich viel, und zweitens kann man die gar nicht kriegen, sondern nur fühlen, und das ist immer noch Privatsache. Ihr wisst schon, Own you Feelings.
Eigentlich braucht mein Ego gerade ein bisschen Aufwertung. Das ärgert mich zwar, weil ich ja gern unabhängig bin, aber was hilft es, es fühlt sich grade nicht so wohlauf und schickt seine Vorhut: Neid und Liebeskummer, Verzweiflung und Geilheit. Alle auf der Suche, Dinge abzuwehren, die das Ego bedrohen, und den heiligen Gral voller Selbstwert zu entdecken.
“Aha, Disco, hier, Beutebeutebeute!”, “Aufgepasst, gute Sexgeschichte, schnell die Tür zu!”.

Interessanterweise tut es gut, das zu wissen, und noch besser, das mit Paikja bereden zu können. Denn, und das ist das Wichtige, dem Ego hilft man anders. Zwar kann man die Symptome bedoktern, kann versuchen, sich neidlos zu freuen für guten Sex, kann versuchen, den Liebeskummer zu bedienen, auf dass er sich besser benimmt, aber im Grunde steht irgendwo im Hintergrund die Selbstliebe, der alte Affe Ego.

Dem Ego eine Banane geben. Oder Nüsse.

16.01.2007 13:06
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Parship reloaded. Eigentlich müsste ich da mal hinfahren und Farbe statt Pixel nehmen.

Entstellt.

Bestimmt fällt mir da noch mehr ein.

16.01.2007 13:00
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Jeden Tag versucht man
sich neu zu justieren
in einen Zustand,
den man mag.
500beine

Recht hat er, der gute 500beine. Empfehlenswertes Blog übrigens. Die Derbheit kommt in einem feinen Mantel der Wortgewandtheit daher, das macht Freude.
Recht hat er jedenfalls. Oft beneide ich Tiere und schlichte sowie in sich ruhende oder erleuchtete Menschen um ihr eins sein mit sich selbst. Wo nicht so viel rummodifziert wird. Verdrängtes Aufspüren, sich Ängsten aussetzen, Grenzen ausprobieren und lernen, was man nicht kann. Bigger, better, stronger, faster. Anstrengend.

Aber ich kann ja auch nicht anders. Obwohl ich manchmal gern würde.