22.12.2005 1:23
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Ich hab das schonmal angedeutet: Ich würd meine Diplomarbeit gern über Polyamory machen. Das ist wohl eins der wenigen Themen, wo ich mir sicher sein kann, dass ich die ganze Zeit über mit Spannung dabei bin, und noch dazu gibt es einfach kaum Kram dazu (falls jemand dazu recherchieren will: Marianne Pieper & Robin Bauer und Meg Barker & Ani Ritchie sind so die Namen, die einem als erstes über den Weg laufen. Es gibt noch eine Frau aus Italien, ihren Namen weiß ich grad nicht. Jedenfalls ist das alles üebrschaubar, d.h. die Forschung die man macht, kann relativ simpel sein, sie ist wahrscheinlich trotzdem neu.

Tipptopp.

Und es sieht auch in der Tat so aus, als würde ich wen finden, der da Betreuung machen würde. Bin gespannt, ob der Gute beim Recherchieren auf dieses Blog stößt, das wäre interessant (Hallo Herr E.! Schauen Sie sich nur um…). Würde letztlich gut dazu passen, dass die Trennung von Privatleben und wissenschaftlicher Arbeit hier nun wirklich aufgehoben wäre – aber andererseits, warum soll ich was erforschen, was mich nichts angeht?

Jetzt will ich mit noch jemandem sprechen, was der so zu meinen Vorschlägen sagt, über die Feiertage noch ein bisschen lesen, und dann muss ich langsam ein Thema eingrenzen.
Ich sag dann Bescheid, wenn ich eines weiß.

21.12.2005 1:17
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Irgendwann sind unsere Eltern tot.
Irre. Wie kann etwas gleichzeitig so logisch, so anthropologisch richtig und so klar sein, und doch so ungeheuer furchtbar.
Blut und Fleisch, das mich erschuf, wird dann verwesen… ist doch scheiße.

19.12.2005 14:45
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Es ist doch wirklich zum Schreien. Heute wollte die Versatel ihren Fauxpas, der uns das DSL gekostet hat, rückgängig machen.
3 Wochen nach dem Fauxpas, aber ich sehe ein, dass es halt dann an der Bereitstellung seitens der Telekom hakt.

Und tatsächlich: Heute, pünktlich im Zeitfenster von 8 bis 12 Uhr, tuts das DSL wieder. Sogar mit der Hardware von 1und1, das ist nicht selbstverständlich. Schön.

Aber was merken wir? Jetzt geht das Telefon nicht mehr… Eventuell löst sich das Problem von allein bis 14:30. Sonst “wird die Störung aufgenommen”. Na danke. *seufz*

Update: Ich nehme Teile meiner Kritik zurück: Nach ca. 4 Stunden hat uns ein Versatel-Techniker angerufen und mit schönem hanseatischen Akzent mitgeteilt: “Mein. Ihr Ansluss gehjt jetzt wiedä”.
Na also. Geht doch. Danke.

18.12.2005 22:07
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Gestern abend schrieb ich folgendes:

“Menschen, die sich mir gegenüber kongruent darstellen, “echt” sind, vermitteln mir ihre Gefühle für mich aufrichtig und direkt. Und wenn das positive Gefühle sind, sind sie herzlich.”

Völlig zu Recht frug man in den Kommentaren nach:

“Und was ist wenn diese echten ausgedrückten Gefühle eben mal nicht so “positiv” sind?”

Tja. Verdammt gute Frage. Ich fühle mich im Umgang mit Marveille in letzter Zeit nicht so gut, eben weil sie… Ja, was eigentlich. Weil sie nicht kongruent ist? Oder weil mir nicht schmeckt, was sie so für Gefühle für mich hat?

Das ist arg schwierig auseinander zu klamüsern, aber wir haben gerade darüber gesprochen. Ob es nur an mangelnder Zeit liegt, oder an mangelndem Interesse, dass sie sich nicht so oft mit mir trifft, wie ich das gern hätte. Ob die Körperlichkeiten mit mir für sie das gleiche sind wie für mich (nämlich Ausdruck von Intimität und Nähe), oder nur Bedürfnisbefriedigung.
Ob, und das ist der Hauptpunkt, wir die gleichen Gefühle füreinander haben.

Das tun wir scheinbar nicht, und schon sind wir mittendrin in den “nicht so positiven” Gefühlen. Ich lag im Bett und war ein bisschen traurig, und habe mir selber die therapeutischen Fragen gestellt, die ich bald schon Klienten stellen werde.
Ein Weg meiner Lösung war, dass ich dieses Problem nicht verbergen müssen wollte. Also hab ich angerufen, hab ihr von meinen Unsicherheiten erzählt, und habe deutlich gemacht, dass ich das nicht zu ihrem Problem machen will, sondern schlicht will, dass sie um meines weiß und sich irgendwie verhalten kann.

Wie, das wissen wir beide nicht. Aber das Gespräch hat trotzdem gut getan. Ein bisschen Bestätigung, dass wir zwar Unterschiedliches wollen, dass aber die Schnittmenge (auch wenn sie diesmal kleiner ist als das, was ich gern hätte) auch ganz nett ist, und dass sie nunmal grad nicht so was Stabiles “anbieten” kann, wie ich es gern hätte, dass zumindest das aber nicht an mir liegt.
Und Schritt für Schritt geht es ein bisschen weiter, wo auch immer hin. Der erste Schritt war Offenheit. Und “Own your feelings“.

PS: Und just wo ich den verlinkten “Own your feelings”-Beitrag nochmal überfliege fällt mir auf: Es ist zwar ein guter erster Schritt, dass ich meine Probleme bei mir verorte und sie nicht damit vollschmeiße, aber ich könnte mir gerade noch ein bisschen klarer machen, dass meine positiven Gefühle für sie (unabhängig davon, dass ihre Gefühle für mich scheinbar nicht ganz dieselben sind) eigentlich ganz wunderbar sind.
Wie schön, sie zu kennen. So ganz spür ich das grad noch nicht, aber es stimmt trotzdem.

17.12.2005 22:39
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Ich muss, das hab ich schon recht oft geschrieben, spüren, was da ist. Wenn ich das merke, mir meiner Rolle sicher bin, einigermaßen ungeachtet dessen, wo diese Rolle sich hierarchich im Leben meines Gegenübers einsortieren ließe, dann bin ich recht zufrieden in einer Beziehung.

Habe ich immer geschrieben. Jetzt ist mir etwas Neues aufgefallen – ich glaube zu wissen, was dieses “das” ist, das da sein muss.

Herzlichkeit.

Ich schätze herzliche Menschen. Die zeigen mir nämlich, was in ihrem Herz ist, zumindest was da für mich drin ist. Das reduziert Unsicherheit, und alles was Unsicherheit finden Menschen, ergo auch auch, total töfte.
Der Duden definiert Herzlichkeit übrigens als

“von innen kommende Freundlichkeit”

aber ich finde, das trifft noch nicht so ganz das, was ich darunter verstehe. Freundlich bin ich auch zu Sparkassenmitarbeitern und Sparkassenmitarbeiterinnen, aber herzlich nicht. Dann kommt die Freundlichkeit da also nicht von innen… sondern? Aus dem Äther?
Gut, sicher, aus den Normen, aber die sind ja auch in mir drin, sonst kennte ich sie ja nicht.

Was also unterscheidet Freundlichkeit von Herzlichkeit? Vielleicht ist Herzlichkeit “echter”, weil sie näher an dem ist “was da ist”.
Womit wir wieder beim Anfang wären.

In der Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers spricht man von Kongruenz als eine der drei wichtigen Therapeutenvariablen. Das bedeutet, dass der Therapeut eben authentisch mit dem Klienten umgeht, und seine eigenen Empfindungen und Gedanken zulässt, sich von ihnen leiten lässt zu mehr Erkenntnis über das, was … naja. Was da ist. Und das auch äußert. Das ist noch nicht gut erklärt, aber das geht auch nicht in der Kürze, die ich hier gern erreichen will.
Noch so viel sei gesagt: Man spürt sehr gut, wenn man mit Leuten umgeht, ob man dabei kongruent war, oder nicht. Die Leute, bei denen man oft kongruent ist (und die dann wahrscheinlich auch kongruent sind), sind Menschen, bei denen man sich selbst nah ist, von denen man lächelnd weggeht. Meist sind solche Leute Freunde, wenn alles gut läuft.

Ist Herzlichkeit also ausgedrückte Kongruenz? Oder nein, vielleicht ist Herzlichkeit das, was rauskommt, wenn Zuneigung (a.k.a. Liebe), in welchem Maß auch immer, kongruent, also echt, ausgedrückt wird.
Ja. Das gefällt mir. Menschen, die sich mir gegenüber kongruent darstellen, “echt” sind, vermitteln mir ihre Gefühle für mich aufrichtig und direkt. Und wenn das positive Gefühle sind, sind sie herzlich.
Und ich dann glücklich.

Ist es eigentlich interessant, mir beim Denken zuzulesen? Komisch, so viel Text für doch so wenig Erkenntnis… als ich anfing zu schreiben, dachte ich nur an die Herzlichkeit, und jetzt das…

17.12.2005 22:24
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“Borussia Dortmund und Bayern München trennten sich heute unentschieden.”

Na, hoffentlich haben sich das beide gut überlegt und bleiben trotzdem Freunde.

17.12.2005 2:16
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Andy Goldsworthy ist ein Loner. Er ist gern allein, und wirkt deshalb verschroben.

“To be honest, I’m drained by people”
Andy Goldsworthy in “Rivers and Tides”

So spricht er, und er ist ein gutes Beispiel eines Menschen, der im Alleinsein Inspiration findet, zu sich findet, meinetwegen zu Gott findet.

Dennoch wird die Einsamkeit immer wieder beschworen, als Zeitphänomen, die Stichwörter Scheidung, Single-Gesellschaft und Individualismus hat man schon so oft im Mund oder in den Ohren gehabt, dass man sie ausspeien oder schreien könnte.
Und doch: Irgendwas ist ja dran. Auch bei mir war die Einsamkeit schon oft Thema.

Die Zeit wirft in ihrem aktuellen Feuilleton ein Auge und anschließend ein anderes Licht auf dieses Thema, was ich schon beim kurzen Anlesen sehr erhellend finde.
Die oft bemühte Großfamilie, die füreinander sorgt, hat es nie so oft oder lang gegeben, schlicht weil die Lebenserwartung niedriger war: Omaopa waren so gut wie tot, als man geboren wurde.
Und auch die Urbanisierung bedingt nicht die Einsamkeit:

“Die Einsamen sind es, die in der Großstadt ein Bild ihrer Einsamkeit finden, nicht die Großstadt ist es, die sie einsam macht.”
Zeit Nr. 51, 15.12.05

Dieser Satz gefällt mir sehr, und ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich ihn anwendbar auf mehr liebesbezogene Themen finde, muss aber noch darüber nachdenken…

Vielleicht fällt es mir auf, wenn ich den Feuilleton ganz gelesen habe, wozu ich aber wohl erst Sonntag komme.
Dann gibt’s nochmal Gedankenfutter.

11.12.2005 1:38
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postcard: psst - if we all gave freely of ourselves, we would all end up with MORE

10.12.2005 21:18
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Das Freiheitsgefühl, man mag es schon erahnen, ist mir ziemlich wichtig. Es gibt einen Mechanismus, der dieses Gefühl immer sehr schnell in mir hergestellt hat, und zwar ganz allein irgendwohin gehen, und niemandem davon erzählen.

Das muss nichts Spektakuläres sein. Es genügt, in den Wald zu gehen, und es weiß einfach gar niemand, dass ich dort bin. Wenn mich ein Wolf anfällt oder ich in eine tiefe Grube falle, wird niemand mich finden.

Gefällt mir sehr… komisch eigentlich. Das ist nicht mehr ganz so leicht wie damals zuhause, jetzt wo ich in einer WG wohne, bei 9 Mitwohnmenschen kommt man einfach schlecht drumrum, irgendwas unausgesprochen zu lassen, und ausdrückliche Geheimnistuerei hat nicht den gleichen Effekt.

Aber nun gut. Langer Rede kurzer Sinn: Ich fahre jetzt in Urlaub. Und sage selbstverständlich nicht wohin. Macht’s gut, ich komme bald wieder.

08.12.2005 2:43
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Gelegentlich hier erwähnt habe ich den Begriff Mononormativität, und ich bin sicher, die eine oder der andere Leserin hat sich im Stillen gedacht “Naja, also ganz so streng ist das ja nicht, kann ja heutzutage jeder machen was sie will”.

Trotzdem ist

Na, immer noch solo, oder endlich ne Beziehung?

völlig normal, wohingegen

Na, immer noch in einer Beziehung, oder endlich wieder solo?

ziemlich rüde klingt.

Ich postuliere eine Zweiteilung der Gesellschaft, und zwar eine hierarchische: Oben die Leute in Beziehungen, unten die Leute in der “Dating-Hölle“, und man hat gefälligst nach oben zu streben.

Übrigens will ich den Leuten “oben” gleichzeitig mein Mitgefühl aussprechen, genau wie bei Sexismus trifft auch diese Dichotomie beide Seiten: Weil nämlich die Leute in Beziehungen gefälligst glücklich zu sein und keine weiteren Wünschen zu haben haben, damit auch ja das hübsche Idealbild von irgendwem erfüllt wird. Das stelle ich mir ganz schön ätzend vor…
Natürlich ist es aber ebenso ätzend, gezwungen zu werden (und wenn es durch die völlig selbstverständliche Implikation geschieht, “noch” Single zu sein), eine Beziehung zu suchen.

Und: Ja, ich weiß, grad bin ich wieder deutlich auf Zerstörerkurs, ich weiß auch immer nicht, wie das kommt.