Archiv der Kategorie: Allgemein

15.08.2006 11:49
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Buah. Ein Wetter zum verdrießlich sein, und gleichzeitig eines zum Freuen, dass man drinnen ist. Mittlerweile ist es schon ein bisschen heller geworden, aber eben war Weltuntergang.
An manchen Tagen mag ich das. Dann lasse ich mich von Liedern von Elliott Smith umarmen und muckele meine Seele ein. An noch mancheren Tagen finde ich es sogar gut, in dieser Stimmung allein zu frühstücken, einen Tee zu trinken (was ich sonst so gut wie nie tue) und meine Trainingsjacke um mich zu ziehen. Kennt ihr das, wenn man Trainingsjacken aus etwas festerem Stoff hat, und man sie an den unteren Rippen drücken spürt? Muck, muck.

Bild von Photocase.
14.08.2006 20:58
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“Hier, schneid die”, sagte sie, und warf mir eine Zwiebel zu.

Dieser Satz geht mir seit Wochen nicht aus dem Kopf, ohne dass ich ihn je irgendwo gehört hätte. Ich sollte ein Buch mit diesem Satz anfangen. Aber ich weiß nicht, warum…
Seltsam, nicht? Aber mich lässt dieser Beginn weiterlesen wollen. Dumm nur, dass ich es selbst schreiben müsste.

14.08.2006 13:56
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Gestern habe ich den Film My Brother Tom anlässlich meines kürzlich vergangenen Geburtstags gezeigt, einen unglaublichen Film. Er lief vor 4 Jahren mal im Kino meines Vertrauens und hatte mich sehr bewegt. Die beiden Figuren, Jessica und Tom, nehmen einen so sehr in sich mit, dass es einen schaudern lässt, denn gut geht es den beiden nicht.

Jessica & Tom
Ist das Liebe?

Tom ist ein Eigenbrötler, der ziemlich außerhalb der Welt steht, wohingegen Jessica eigentlich ziemlich drin ist. Sie ist an einer Klosterschule, hat eine heile Familie und mag süße Tiere.
Was die beiden eint, ist eine Missbrauchserfahrung. Bei Jessica geschieht sie im Laufe des Films, bei Tom, so erfährt man irgendwann, liegt der Beginn seiner Geschichte schon lange zurück.

Es ist also kein besonders schöner Film, und die Figuren, die einen so mitnehmen, sind ganz kaputt. Dementsprechend ist alles, was man an ihnen bewundernswert findet, vielleicht auch gern hätte, wie hinter beschlagenen Scheiben, beschlagen durch das Wissen, dass man so nie sein wollte, dass der Preis zu hoch wäre.

Tom
Tom an ihrem “secret place”.

Zwischen Jessica und Tom entwickelt sich etwas, nicht unbedingt Liebe, glaube ich, aber zumindest eine große Nähe, beinahe eine Verschmelzung, und da kommen wir zu den Aspekten des Films, die mich auch beim diesmaligen Schauen wieder sehr beschäftigen.

Twinmacy!
Jessica & Tom

“Twinmacy” betiteln die beiden ihre Beziehung, ein Neologismus, der nach Verwandtschaft und Intimität klingt. In der Tat nimmt mich die Nähe gefangen. Etwas so Nahes hatte ich nie, werde ich vielleicht niemals haben, aber vielleicht ist das ganz gut so.

If it happened to you, it happened to me.
Jessica

Schön ist in jedem Fall, wunderschön sogar, wie bedingungslos die beiden miteinander sind. Das finde ich durchaus erstrebenswert. Sie zeigen sich ihre Wunden, offenbaren sich vollkommen, zeigen den Schmutz, und je mehr sie von einander wissen, je mehr das Bild komplett wird, umso größer wird natürlich ihre Nähe.
Das gefällt mir natürlich. Die Masken fallen, und es geht weiter. Das ist wahr. Bei den beiden gibt es eigentlich keine Grenzen dieses Prozesses, es wird schlimmer und schlimmer, und sie werden näher und näher, sie werden schließlich einander. Aber, es klingt schon an, neben der Bedingungslosigkeit ist da auch ein großes Stück Verschmelzung, heiße Fusion, und ich, der ich immer davon predige, dass Liebe bei einem selber anfängt, finde das bedrohlich.

One body. One blood.

Tom

Eine Abhängigkeit ist dort offenkundig, die beiden können nicht mehr ohne einander, sind sich gegenseitig das rettende Stück Treibgut, sind ein Körper, eine Seele.

*** Spoiler-Warnung! ***

Und am Ende, als Tom geht, weil er sein Leben doch nicht mehr leben konnte, weil es zu schlimm wurde, weil er zu viel falsch gemacht hat, kann Jessica nur existieren, weil Tom in ihrem Geist weiter existiert.

Der Film beantwortet nicht, ob das nun eine Psychose ist, oder einfach eine nicht sterbende Liebe, und das gefällt mir. Man ist noch nichtmal sicher, ob Jessica überhaupt noch tatsächlich lebt, oder ob sie durch Toms Tod schlicht auch nicht mehr leben konnte.

If it happened to you, it happened to me.

Aber vielleicht ist es gut, dass er das nicht beantwortet. Denn die Fragen, die er aufwirft, zu Nähe und Verschmelzung, zu Eigenverantwortung und Vertrauen, sind groß genug, sind vielleicht zu groß für Antworten, die auf 32mm passen könnten.

Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, den Film je ein zweites Mal zu sehen. Aber wie durch ein Wunder berichtete mir LeSven in den Kommentaren, dass er am 25.8. auf DVD erscheint.

14.08.2006 11:49
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So, da bin ich wieder. Ohne genau zu wissen warum, zieht es mich wieder hierher. Obwohl, eigentlich kenne ich ein paar Gründe. Ich recherchiere in meinem Blog, um Dinge rauszufinden, die ich mal über mich oder die Welt wusste, ich lese Menschen Einträge vor, um ihnen zu erklären, was ich denke, und ich versende Mails mit Hyperlinks hierher, um mich zu offenbaren.
All diese Dinge sind gute Dinge, denn sie dienen der Wahrheit. Und mit Wahrheit meine ich nicht eine objektive, verizierbare, die uns Ketten anlegt und in Richtungen zwingt, sondern Wahrheit als Gegenteil von Erwartungen, von Verblendungen, von Masken und derlei. Im Grunde meine ich wieder Nacktheit, wie ich schon so oft über Nacktheit schrieb, und weiter schreiben werde, weil das gerade das aktuelle Thema ist.

In einer neuen aufregenden Bekanntschaft stelle ich fest, dass mir die Nacktheit gefällt. Es gefällt mir, dass ich mittlerweile besser das tun kann, was ich tun will, das äußern kann, was ich äußern will, weil es auf dem festen Glauben fußt, dass jeder Wunsch in Ordnung ist, dass, wenn man auf sich selbst hört, nur Gutes dabei herauskommen kann.

Do one thing every day that scares you.
Eleanor Roosevelt

Das ist der Weg. Natürlich ist es schwer, die Masken abzulegen. Nur zu oft gehe ich, nichts Böses ahnend, an einem Spiegel vorbei, und stelle fest, ich hab schon wieder eine auf. Zynischerweise droht selbst das Offenbaren eine Offenbarungsmaske zu werden, manchmal, und dann wickelt mich mein eigener Pathos ein und macht sich selbständig, aber ich stehe nicht mehr dahinter.

Ja, es ist schwer. Aber es ist auch so wunderbar. Die Momente, wo man alles loslassen kann, weil sich dadurch nichts verändern wird, da man bereits vorher alles locker hat laufen lassen, die sind da, wo ich hin will.

Und aus oben genannten Gründen hängt das Blog damit zusammen, ist mir Motor und Leitplanke gewesen, und deswegen will ich es nochmal versuchen. Mal sehen was geschieht.

07.07.2006 14:17
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Es gibt einen Poly-Artikel auf Heise.de. Darin sind einige Sachen für mein Empfinden etwas kurz gekommen, zum Beispiel dass es sehr, sehr viel um Liebe geht, darum, das zu leben, was da ist, aber er ist angenehm objektiv geschrieben, berührt viele Themenaspekte, die tatsächlich wichtig sind, und vor allem ist es mediale Präsenz für Polyamory auf einem wichtigen deutschen Medium.

Gut das.

02.07.2006 13:35
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Foto: Kerstin Zu Pan; Model: Hannah/Izaio model

Wenn erwachsene Mädchen diese Energie, diesen Stolz, verbunden mit diesem Eindruck von “Hier bin ich, hier gehör ich hin, und das mein ich genau so” vermitteln, und mir bei all dieser Toughness dennoch vermitteln, dass sie mich mögen, bin ich sofort und augenblicklich verliebt.

12.06.2006 16:17
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08.06.2006 19:33
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So, die letzten tröpfelnden Besucher möchte ich dann doch noch auf eine “Veranstaltung” hinweisen.

Am 8.7.06 wird in Köln ein Polytreffen stattfinden, organisiert von der deutschen/schweizerischen Polyamory-Mailingliste.
Treffpunkt: 12:00 Uhr, Cafe Goldmund.

Bei Interesse bitte mailen an polyamory ‘at’ freieslieben . de.

30.05.2006 19:16
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Tell me about love
Präsentation des gleichnamigen Buches
Termin: 1. Juni 2006, 19.30h

Autorenlesung im Bielefelder ZiF
Wellenberg 1

29.05.2006 20:30
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Eine Sache muss ich dann doch zum Abschluss noch loswerden. “Zum Abschluss” ist überhaupt sehr passend. Ich trage, wie vor einem Jahr, wieder den “The End-Button, den ich fand, als ich Möbel aus der Wohnung einer Freundin trug, weil ihre WG aufgelöst wurde, sie aber nicht im Land war, und weil ihr Freund sie jetzt hasste.
“Wie passend…”, dachte ich, und durfte den Button behalten.

Augenblicklich ist es auch so. The End. 3 Programmierprojekte kommen gerade zeitgleich zu einem Ende, meine Beziehung zu Marveille, die mal aufregende Bettgeschichte, mal große Nähe war, und durch den Wechsel immer anstrengend, beende ich gerade, weil wir nirgendwo ankommen, meine Beziehung zu Powergirl läuft aus, oder liegt brach, weil die Hoffnungen, die während ihrer Zeit im Ausland in uns beiden keimten, durch dicke Realität wieder erstickt wurden, meine Hoffnung bezüglich meiner frischen Verliebtheit in die werdende Mutter schwindet, weil sie mono ist und offenbar gerade anderweitig verliebt. Da passt der Impuls, auch das Blog zuzumachen.

Das mit der Verliebtheit in die werdende Mutter hat übrigens ziemlich an meinem Ego gekratzt, muss ich gestehen. Zwar bin ich nach wie vor reasonably sicher, dass wir irgendwas schönes miteinander aufbauen, und dass ich sie mag, und sie mich mag, aber mein Ego warf kurz das Handtuch und mir ein erbostes “Wieso klappt das eigentlich nie mit der Liebe und mir?” vor die Füße.

Das ist nicht besonders reflektiert, aber es war das Gefühl, und ich habe eine Legung dazu gemacht, spezifisch dazu, wie es so aussieht mit der Liebe und mir, ganz grundsätzlich. Da ich das Blog quasi mit einer Legung begonnen habe, finde ich es schön, es damit (fürs Erste) zu schließen.

Ich habe das Geheimnis der Hohepriesterin gelegt, und war sehr versöhnt. Mit der aktuellen Verliebtheit, aber auch grundsätzlich.

Es geht um eine Frau (oder die Seite einer Frau), die bodenständig und “erd”ig ist, aber auch um eine Zukunft, die gut wird (Stern. Schutzkarte, ist also eigentlich alles gut). Darin sehe ich halt die aktuelle Verliebtheit, aber eben auch meine größere Frage zum Thema Liebe.
Augenblicklich wird etwas abgeschlossen, eine Sache, an der ich lange gearbeitet habe, ist endlich fertig (3 Münzen), und ich bewege mich weg von Masken, Fake und Tücke (5 Schwerter) zu den Liebenden, zu Lebensbejahung und Liebe. Die 3 Münzen sind, denke ich, meine Bastelei an Beziehungskonzepten, und die finden jetzt halt ihren Weg ins Leben.

Bewusst scheint mir das alles sehr spielerisch, ich jongliere noch ein wenig mit diesen Sachen, im Unbewussten steht aber eine Frau (oder die Seite einer Frau) in der Art des Feuerelements, impulsiv, willensstark. Vermutlich habe ich da noch irgendetwas zu erledigen mit jemandem, oder muss mir klarer darüber werden, was ich eigentlich will.
Ingesamt führt die Reise es zu einer Frau in der Art des Wasserelements, also intuitiv und “fühlig” – hier weiß ich nicht, ob das jemand ist, den ich schon kenne, oder jemand, den ich noch kennenlerne…

Sehr schön, wie in dieser Legung 3 Frauen auftauchen… In den 78 Karten gibt es 4, die Frauen repräsentieren, 3 davon tauchen in dieser Legung auf… Polyamory!

Die 9. Karte (Mäßigkeit), wird nur gedeutet, falls es eine Karte der großen Arkana ist, was hier der Fall ist. Mäßigkeit. Frieden, Gelassenheit, das rechte Maß, sich und andere so nehmen, wie sie sind und man ist.

Ich weiß, viele hier halten nichts von Tarot. Ist nicht schlimm, weil es dennoch funktioniert. Jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit dieser Legung, es ist eine schöne Legung. Mit dieser Information, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht (die Liebenden), dass die Zukunft schon wird (Stern), und dass ich auf dem Weg gelassen bleiben sollte (Mäßigkeit), und dass Masken wegfallen, mit dieser Information kann ich ganz hervorragend die vielen Dinge, die auch hier im Blog entstanden sind, aus meinem Kopf in die Welt tragen.

Alles ist gut. Wusst ich’s doch.