29.08.2006 19:45
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Ha! Ich rege mich ja oft über den Umgang von Industrie mit Copyright und so auf, finde das albern und was weiß ich nicht.
Jetzt sitze ich mal auf deren Seite. Ein Blog namens Selbstmordparty, das ich ziemlich zufällig fand, benutzt Bilder von mir.
Ist an sich alles easy, immerhin bin ich ja Creative Commons lizensiert, aber ich hab da drin die Klausel, dass man den Namen nennen soll. Das macht der Mensch da aber nicht.

Außerdem verweist er direkt auf meinen Webspace, das ist nochmal was anderes, das klaut ja Traffic, den man im Zweifelsfall extra zahlen muss (außerdem ist es auffällig…).

In jedem Fall habe ich dir Piraterie jetzt umgedreht, und bestimme den Inhalt seine Seite. Insofern bin ich also Neo-Antipirat (der Neo-Pirat ist ja schon er, deswegen Anti). Super.
Das ist witzig. Mal sehen, ob noch was kommt :).

PS: Fairerweise muss ich sagen, dass ich das erste Bild auf der Seite natürlich auch geklaut habe. Ähäm. Aber immerhin hab ich’s heimlich gemacht und bei mir gespeichert. Oder so.

28.08.2006 19:41
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”Auch Terroristen arbeiten mit Windows”
Kai Hirschmann, “Sicherheitsexperte” (pah) auf tagesschau.de

Tja. Im Grundrauschen des blinden Aktivismus, der jeder Terrorschlagzeile folgt, möchte ich gern anmerken, dass man Windows jetzt am besten verbieten sollte. Oder halt, nein, alle Windowsuser sollten von Zeit zu Zeit dazu gezwungen werden, vor dem Login ein paar Fragen zu beantworten, ob sie denn auch brave Bundesbürger werden.

Herrje, und so ein Scheiß ist ganz oben im Tagesschau-Newsfeed.

27.08.2006 11:35
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Schon in meiner Kindheit tat ich mich schwer mit den Etiketten, ähnlich schwer wie jetzt. Vielleicht war es damals nicht so schlimm, weil von Kindern erwartet wird, dass sie die Welt nicht verstehen.

Irgendwann fragte ich meine Mutter, was Sex sei, und sie erklärte es mit dem üblichen Diskurs von “Das ist etwas sehr Schönes, das zwei Menschen tun, die sich sehr lieben”. Ich schloss schnell, unschuldig und entwaffnend, das wir, also sie und ich, das auch mal tun sollten. Wie sie die Situation rettete, weiß ich nicht mehr.
Später erklärte sie mir, was Liebe ist. Dass man jemanden sehr, sehr mag und nicht will, dass er weg ist. Also kam ich zu dem Schluss, meinen damaligen besten Freund zu lieben, denn alle Kriterien waren erfüllt.

In dem Gespräch mit dem Mädchen, dessen Bekanntschaft bis vor kurzem noch zu jung war, um ihr ein Pseudonym zu geben, das ich nun aber Sina nennen möchte, sprachen wir über den Raum.
Ich sagte, die beiden Extreme sind nicht wahrscheinlich. Wir werden keine innige Beziehung beginnen, denn du bist nicht verliebt und ich fürchte mich. Wir werden uns aber auch nicht nie wieder sehen, denn ich mag dich, und du magst mich auch. Also müssen wir uns irgendwie in diesem Raum einrichten. Dabei, so sagte ich, sei es mir in weiten Teilen egal, ob wir das rote Sofa reinstellen oder nicht. Ich fände es zwar sehr schön, und wir beide sähen klasse darauf aus, aber vielleicht nehmen wir doch erst 2 Rattansessel, oder meinetwegen eine braune Couch. Ohnehin wäre es ja so, dass wir den hinteren Teil des Raumes anfangs vielleicht besser gar nicht einrichten sollten, den Teil hinter der Glaswand.

Wir lachten über die Metapher, und dichteten ein zweites Schlafzimmer für sie und ihren Freund hinzu, Regale, die so gut passen, dass es eine Schande wäre, sie zu ignorieren.

Außerdem, so fand ich, wäre ich, was die Einrichtung betrifft wirklich kulant. Es ist mir egal wie alles steht. Aber was ich wirklich schrecklich finde, ist Raum, der ungenutzt bleibt, der brach liegt, von dem niemand etwas hat, obwohl er wirklich schön geschnitten ist. Und Miete zahlt man ohnehin seit dem ersten Treffen.

26.08.2006 12:15
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Eine Sache, die mir außerdem auffällt, ist, dass ich meinen Unwillen zur Lüge, zum Verstellen, zu Masken, konsequenter als früher dazu führen lasse, all das nicht zu tun. Im Gespräch mit dem Mädchen, dessen Bekanntschaft noch zu kurz für ein Pseudonm ist, sagte sie irgendwann, sie sei nicht dabei, sich zu verlieben. Einerseits erwartete ich das bereits, aber andererseits erwartete ich auch das Gegenteil und war enttäuscht. Ich saß dann da und wog die Rollen ab. Wollte ich weiter der unkomplizerte Liebhaber sein, Carpe Diem und all das, eine Rolle, für die mich das Mädchen schon gelobt hat. “Du machst das gut”, sagte sie einige Tage nach unserer Nacht, als ich ihr meine Ansicht erklärte, das jetzt nur Gutes passieren könne.
Oder wollte ich vielleicht doch argumentieren, mit den ganzen alten Sätzen wie “Aber kurz bevor wir eingeschlafen sind!” oder “Aber der Kuss!”.
Ich brauchte sicherlich 5 bis 10 Minuten, in denen ich erstmal nur merkte, dass ich verletzt bin, keinen Hunger mehr hatte, und teilweise gern allein gewesen wäre, teilweise auch nicht, und nach Ablauf dieser Zeit hatte ich mich glücklicherweise entschieden, einfach drauf zu scheißen. Ich mag nicht verschweigen, dass ich das Gefühl gerade Verliebtheit nennen würde, selbst wenn ich weiß, dass ich das Wort schnell verwende und vielleicht Menschen erschrecke. Ich mag nicht vortäuschen, mir ginge es nicht so nah, weil ich ja so unabhängig bin und Dinge nicht größer werden lassen will als sie sind, oder vielleicht auch größer als sie mir handhabbar erscheinen.
Auf all das wollte ich scheißen. Einfach mal sagen, was los ist, und wenn es die Dinge komplizierter macht… naja. Dann sind die Dinge wohl komplizierter. Das hat auch viel mit Nacktem Lieben zu tun, nämlich vor sich selbst die Feigenblätter fallen zu lassen.
Das hat gutgetan. Wirklich gut. Und ich bilde mir ein, dass auch diese Entscheidung jetzt besser zu treffen war, weil ich mir mittlerweile viel viel mehr erlaube. Der größte Nutzen des Wegfalls von Etiketten, ist, das ich mich mehr auszuprobieren traue. Wenn ich in mir ein Fläschchen finde, auf dem “Drink me!” steht, dann mag ich nicht mehr überlegen, ob es wohl schmeckt oder zum Menü passt. Wenn es im Regal gerade vorn steht, wird es getrunken. Vielleicht wachse ich ja daran.

25.08.2006 18:30
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So, ich bin jetzt auch bei Feedburner. Bitte die Links updaten – merci!

RSS Feed.

25.08.2006 13:44
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Ich bin, und ich bin das bekanntermaßen oft und schnell, mal wieder verliebt. Wie mir das gleichermaßen oft passiert, hat das Mädchen, in das ich mich verliebt glaube, einen Freund. Das schreckt mich eigentlich wenig, im Grunde wäre ich ja ohnehin lieber Secondary, und diesmal ist der Freund sogar bedeutend liberaler, oder vielleicht einfach reifer, da älter, und nachdem ihm das Mädchen, das ich noch nicht lange genug kenne, um ihm ein Pseudonym zu geben, von der gemeinsamen schön verbrachten Nacht erzählt hatte, trafen wir uns zweimal zu dritt, und beide Treffen schienen mir unbelastet.
Was mich durchaus mehr schreckt, ist, dass ich zwar verliebt bin, mich also dabei bin in sie zu verlieben, sie aber leider nicht. Das ist für mich nicht neu, ich kann mitsingen wie bei einem Lied, das man eigentlich nicht gut findet, aber, weil es so oft lief, naja, dann singt man es eben mit.
Auf der Suche nach dem, was mich daran verletzte, denn das tat es dummerweise (eine Suche, auf der sie mich netterweise begleitete), fand ich eigentlich nicht viel. Einzig der mögliche Ausgang, dass das, was wir bereits haben, aufhören könnte, ängstigte mich, aber eigentlich war ich sicher, dass es etwas Gutes wird, weil wir uns mögen und bedachte Menschen sind.

In dem Zusammenhang, und es ist wichtig, ist mir nochmal aufgefallen, was Verliebtheit für mich bedeutet. Es bedeutet nämlich gerade nicht “mehr wollen”, sondern im Gegenteil, genau das besonders zu schätzen, was gerade da ist, auf dem gleichen Weg im gleichen Tempo weiterzugehen und mal zu schauen, wo man ankommt. Nicht beschleunigen, nicht die Richtung ändern.

Und genau deswegen ist es auch übrigens zum Einen nicht bedrohlich, wenn ich in jemanden veliebt bin, und auch für mich nicht ganz so schlimm, wenn meine Verliebtheit nicht erwidert wird. Es sind ja nur Worte, und ich zücke meines bereitwilliger als andere Menschen. Solange es weitergeht, wird alles gut, denn die Vorraussetzungen sind es meist auch. Nur nichts ändern. Und nicht stehenbleiben.

20.08.2006 21:15
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Der Sinn des Lebens ist, was übrig bleibt, wenn man alles Sinnlose weglässt.
Ada in “Spieltrieb” von Juli Zeh

Dieses Zitat ist nicht nur von einer bestechenden, unumstößlichen Logik, sondern in seiner einfachen Aussage auch grundlegend korrekt.

Eigentlich, und ich glaube man weiß das, man sieht es nur nicht so klar hingeschrieben, ist es tatsächlich so einfach. Der Sinn des Lebens ist gar nicht so schwierig. Es gibt kein Geheimnis, keinen blau besternten Mantel des Schicksals, der, gelüftet, etwas enttarnt, das einen überrascht. Es gibt fürs Erste nur das Leben. Der Sinn liegt darin.

Und die Teile zu finden, die sinnlos sind, ist viel einfacher, als ein abgehobener Diskurs über den Sinn, über Schicksal und Bestimmung.

Nur aufhören, den Mist mitzumachen. Nur das. Schon ist man da.

18.08.2006 23:24
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Ob es nun Götter gibt oder nicht, wir sind ihre Knechte.
Fernando Pessoa

Steht in der aktuellen Zeit als Anzeige auf der gleichen Seite wie die Besprechung von Der freie Wille, den ich hier nächste Woche besprechen werde. Oh Mann, bin ich gespannt auf den Film.

18.08.2006 11:57
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Findet es außer mir niemand bizarr, wie die vereitelten (also nicht stattgefundenen) Sprengstoffanschläge das Drama von England wurden? Und wie sie gleichzeitig Motivator für immer neue rechtsstaatlich bedenkliche Schritte gegen den Terror sind? Transparente Tüten fürs Handgepäck ist nur die jüngste Ausgeburt des Sicherheitsmolochs. Wäre es nicht erst dann ein Drama geworden, wenn die Terroristen Erfolg gehabt hätten?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, man darf sachlogisch nicht das Nichteintreten einer Sache benutzen, um die Gefahr der Sache zu unterstreichen.

Vor einiger Zeit las ich eine Formulierung, die mir im ersten Moment sinnhaft schien: Diesmal seien zwar die Anschläge verhindert worden, aber die Existenz des Versuchs spräche ja dafür, dass irgendwann die Sicherheitskette zu schwach sein könnte, und doch etwas geschähe.
Bei zweitem Nachdenken fällt mir aber doch auf, dass diese Argumentation jeden Erfolg der Sicherheitskette zum Beweis der Bedrohung macht, und sich so der Antiterror-Gedanke selbst erhält. Wenn etwas schief geht, muss man alles sicherer machen, weil etwas schiefgegangen ist, wenn alles glatt läuft, muss man alles sicherer machen, weil das auch anders hätte laufen können.

Das ist so, als würde man für verschärfte Zugriffsrechte der Polizei argumentieren, weil sie bislang mit ihren Kompetenzen gut auskommt. Immerhin wüsste man ja nicht, ob das immer so bliebe.
Oh, hoppla, das passiert ja schon…

17.08.2006 22:19
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Grrr. Eine Sache, die mich am poly sein wirklich stört, ist, dass ich auch eine Minderheit bin, und immer noch heißt Demokratie häufig nur “Diktatur der Mehrheit”. Wenn es die meisten Leute irgendwie tun, ist es richtig, und wenn man es anders macht, macht man es ergo falsch.

Häufig scheiße ich darauf (und es passiert, obschon meist im Kleinen, doch häufiger als man so meinen könnte), aber in meiner WG fuchst es mich immer ganz besonders. Das hier ist doch mein Nest, da will ich mir den ganzen Schmuh nicht anhören müssen von “richtig verliebt” und vor allem “wenn man richtig verliebt ist, will man niemand anders” und am vor allsten noch dazu den logischen Fehlschluss “wenn man jemand anders will, ist man nicht richtig verliebt”.

Ja, ich seh das anders. Herrje. Ich mach doch auch niemandem Vorhaltungen, auch wenn ich manchmal Monogamie nur als Ausgeburt von Patriarchat und geringem Selbstwert sehe, als Reaktion auf wirtschaftliche Nöte, die dann zu emotionellen wurden.
Ich gebe zu, der Absatz hiervor macht keinen Sinn, weil ich jetzt natürlich doch genauso haltlose Kritik übe. Hm. Aber im Grunde: Obwohl ich das irgendwie so sehe, wenn es jemanden glücklich macht, ist mir das alles egal. Mein Problem ist ja eher, dass es so viele Menschen unglücklich macht. Solang man glücklich ist, und niemandem weh tut, muss man alles dürfen. Steht sogar in der Verfassung.